Pflanzen und Haustiere
Giftige Pflanzen für Hunde in Garten und Wohnung
Was du tust, wenn dein Hund eine Pflanze gefressen hat, wie du sie bestimmst und welche Garten- und Wegpflanzen die Quellen als giftig nennen.

Kurz gesagt
Giftige Pflanzen für Hunde stehen vor allem im Garten und am Wegrand: Eibe, Oleander, Herbstzeitlose, Fingerhut, Maiglöckchen, Rhododendron und Azalee, Palmfarn sowie die Zwiebeln von Tulpe, Narzisse und Hyazinthe führt die ASPCA als giftig für Hunde. Bei der Eibe nennt sie plötzlichen Tod durch Herzversagen. Hat dein Hund eine Pflanze gefressen, ruf sofort die Tierarztpraxis an und nimm einen Zweig oder ein Foto mit.
- Verdacht auf eine Vergiftung: sofort die Tierarztpraxis oder Tierklinik anrufen und die Pflanze oder ein Foto mitnehmen.
- Hunde graben Blumenzwiebeln aus, kauen Zweige und Heckenschnitt: Bei Tulpe und Narzisse sitzt laut ASPCA das meiste Gift in der Zwiebel.
- Keine Liste beweist, dass eine Pflanze harmlos ist; fehlt eine Art auf einer Liste, heißt das nichts.
Hunde fressen selten Zimmerpflanzen so gezielt wie Katzen. Sie graben im Beet, kauen Stöckchen, tragen Heckenschnitt herum und schnappen beim Spaziergang nach Gras und Blüten. Darum stehen auf dieser Seite zuerst die Garten- und Wegpflanzen, die die ASPCA, ein US-Tierschutzverein mit eigenem Giftnotruf für Tiere, als giftig für Hunde führt. Vorher aber das Wichtigste: was du tust, wenn es passiert ist.
Was du jetzt tun solltest
Wenn du siehst oder vermutest, dass dein Hund eine Pflanze gefressen hat:
- Ruf sofort deine Tierarztpraxis an, nachts und am Wochenende eine Tierklinik oder den tierärztlichen Notdienst deiner Region. Warte nicht auf Anzeichen: Bei der Eibe nennt die ASPCA plötzlichen Tod durch akutes Herzversagen.
- Nimm die Pflanze mit, einen Zweig, ein Blatt, eine Zwiebel oder eine Schote, oder fotografiere die ganze Pflanze, an der dein Hund war. So kann die Praxis die Art bestimmen.
- Notiere, was du weißt: welcher Teil fehlt (Nadeln, Beeren, Zwiebel, Blätter), ungefähr wie viel und wann.
- Gib nichts auf eigene Faust, keine Hausmittel und keine Medikamente; was zu tun ist, entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt.
Wen du anrufst: Für Tiere ist die Tierarztpraxis zuständig. Tox Info Suisse schreibt auf seiner Seite zu Tiervergiftungen, dass du dich an deine Tierarztpraxis wenden sollst, und gibt Auskünfte zur Behandlung nur direkt an tierärztliche Einrichtungen.
Giftnotruf: Hat ein Mensch, etwa ein Kind, etwas von einer Pflanze gegessen, ruf den Giftnotruf an: in Deutschland das Giftinformationszentrum deines Bundeslandes (Übersicht des BfR), zum Beispiel den Giftnotruf Berlin unter 030 19240; in Österreich die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43; in der Schweiz Tox Info Suisse unter 145. Bei Tieren ruf sofort deine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an.
Woran Hunde im Garten und unterwegs kommen
Diese Pflanzen wachsen in vielen Gärten, Parks und Wiesen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, und sie liegen in Reichweite einer Hundeschnauze. Jede Zeile ist mit der englischsprachigen Seite der ASPCA verlinkt; die Anzeichen sind die, die die ASPCA dort nennt, übersetzt. Die Tabelle ist nicht vollständig, und sie sagt nichts über Mengen.
| Pflanze | Wo dein Hund drankommt | Laut ASPCA | Anzeichen laut ASPCA |
|---|---|---|---|
| Eibe (Taxus baccata) | Hecken, Friedhöfe, Parks, Heckenschnitt | giftig für Hunde | Zittern, Atemnot, Erbrechen, Krampfanfälle, plötzlicher Tod durch akutes Herzversagen |
| Oleander (Nerium oleander) | Kübel auf Terrasse und Balkon, abgefallene Blätter | giftig für Hunde | Speicheln, Bauchschmerzen, Durchfall, Niedergeschlagenheit, Tod möglich |
| Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) | Wiesen im Herbst, Gärten | giftig für Hunde | blutiges Erbrechen, Durchfall, Schock, Schäden an mehreren Organen, Unterdrückung des Knochenmarks |
| Fingerhut (Digitalis purpurea) | Waldränder, Lichtungen, Staudenbeete | giftig für Hunde | Herzrhythmusstörungen, Erbrechen, Durchfall, Schwäche, Herzversagen, Tod |
| Maiglöckchen (Convallaria majalis) | Laubwald, schattige Beete, Strauß | giftig für Hunde | Erbrechen, unregelmäßiger Herzschlag, niedriger Blutdruck, Desorientierung, Koma, Krampfanfälle |
| Rhododendron | Gärten, Parks | giftig für Hunde | Erbrechen, Durchfall, Speicheln, Schwäche, Koma, Kreislaufzusammenbruch; schon wenige Blätter können laut ASPCA ernste Folgen haben |
| Azalee (Rhododendron) | Kübel, Gärten, Zimmer | giftig für Hunde | Erbrechen, Durchfall, Schwäche, Herzversagen |
| Palmfarn (Cycas revoluta) | Kübel, Wintergarten, Zimmer | giftig für Hunde | Erbrechen, Teerstuhl, Gelbsucht, starker Durst, blutige Magen-Darm-Entzündung, Gerinnungsstörung, Leberversagen, Tod |
| Tulpe (Tulipa) | Beet, ausgegrabene oder gelagerte Zwiebeln | giftig für Hunde | Erbrechen, Niedergeschlagenheit, Durchfall, Speicheln; am meisten Gift in der Zwiebel |
| Narzisse, Osterglocke (Narcissus) | Beet, Rasen im Frühjahr, Zwiebeln | giftig für Hunde | Erbrechen, Speicheln, Durchfall; nach großen Mengen Krämpfe, niedriger Blutdruck, Zittern, Herzrhythmusstörungen; die Zwiebel ist laut ASPCA der giftigste Teil |
| Hyazinthe (Hyacinthus orientalis) | Beet, Topf im Frühjahr, Zwiebeln | giftig für Hunde | heftiges Erbrechen, Durchfall (manchmal mit Blut), Niedergeschlagenheit, Zittern |
| Christrose (Helleborus niger) | Winterbeet, Topf im Advent | giftig für Hunde | Speicheln, Bauchschmerzen, Durchfall, Niedergeschlagenheit |
| Buchsbaum (Buxus) | Hecken, Beeteinfassung, Schnittgut | giftig für Hunde | Erbrechen, Durchfall |
| Hortensie (Hydrangea) | Gärten, Kübel | giftig für Hunde | Erbrechen, Niedergeschlagenheit, Durchfall |
Goldregen (Laburnum anagyroides) fehlt in der Tabelle, weil wir dazu keine eigene ASPCA-Seite gefunden haben. Der BfR-Giftgarten beschreibt für Menschen, dass die Giftstoffe vor allem in den Früchten und Samen stecken und die Schoten in jedem Reifestadium giftig sind; die amtliche Liste führt ihn für Kleinkinder in Kategorie 2. Hat dein Hund an Goldregen-Schoten gekaut, ruf genauso an. Dass eine Art auf einer Tierliste fehlt, heißt nicht, dass sie harmlos ist.
Woran du den Oleander im Kübel erkennst und womit er verwechselt wird, zeigt die Seite Oleander.
So findest du heraus, welche Pflanze es war
Die Tierarztpraxis fragt als Erstes nach dem Namen. Im Garten weißt du ihn oft; beim Spaziergang selten. Mach dann zwei oder drei Fotos: einen Zweig mit Blättern von nahem, Blüten oder Früchte, wenn es welche gibt, und die ganze Pflanze. Wie gute Fotos gehen, zeigt der Ratgeber Pflanzen bestimmen mit Foto.
Mit Plant Identifier fotografierst du die Pflanze und bekommst den deutschen und den wissenschaftlichen Namen. Das Werkzeug Toxikologie in der App schreibt dazu KI-Notizen: welche Pflanzenteile giftig sein können, welche Anzeichen bei Menschen, Hunden und Katzen beschrieben werden und was zu tun ist. Nimm das als Hinweis, unter welchem Namen du bei der ASPCA oder in der Praxis nachschlagen kannst, nie als Urteil: Eine KI kann sich bei der Art irren, und eine Notiz ersetzt keinen Anruf. Die App braucht eine Internetverbindung.
Schwierig wird es bei Teilen ohne Blätter: Eine ausgegrabene Zwiebel sieht bei Tulpe, Narzisse und Küchenzwiebel ähnlich aus, rote Beeren gibt es an vielen Sträuchern. Nimm in solchen Fällen den Rest der Pflanze mit oder fotografiere, wo dein Hund gegraben hat.
Zimmerpflanzen, Blumenzwiebeln und Sträuße im Haus
Auch drinnen steht einiges, das die ASPCA als giftig für Hunde führt: Efeutute, Monstera, Einblatt, Dieffenbachie, Aloe, Geldbaum, Bogenhanf, Drachenbaum, Alpenveilchen und Weihnachtsstern. Bei vielen davon nennt die ASPCA Reizungen in Maul und Rachen, Speicheln und Erbrechen. Die ganze Tabelle mit den Anzeichen steht im Ratgeber Giftige Pflanzen für Katzen; die meisten Arten dort führt die ASPCA für Katzen und Hunde.
Zwei Dinge sind bei Hunden im Haus typisch:
- Gelagerte Blumenzwiebeln. Tulpen- und Narzissenzwiebeln liegen im Herbst oft in offenen Kisten in Garage, Keller oder Flur. Laut ASPCA sitzt dort das meiste Gift.
- Lilien im Strauß. Bei Katzen sind echte Lilien ein Notfall für die Nieren; Hunde können daran laut der US-Arzneimittelbehörde FDA leichte Magenprobleme bekommen. Stehen Hund und Katze im selben Haushalt, gehören Lilien gar nicht ins Haus.
Was eine Liste kann und was nicht
Die ASPCA ist eine US-Quelle. Sie ist die größte frei zugängliche Liste zu Pflanzen und Haustieren, aber auf Englisch und mit US-Namen. Die beste deutschsprachige Quelle für Tiere, CliniTox der Universität Zürich, auf die Tox Info Suisse verweist, war am 21.10.2026 nicht erreichbar; wir zitieren sie deshalb nicht.
Die deutsche amtliche Liste gilt für Kleinkinder. Die Liste giftiger Pflanzenarten des Bundesinstituts für Risikobewertung (Bundesanzeiger, BAnz AT 02.07.2021 B4) nennt Garten- und Wildpflanzen, die bei Kleinkindern mittelschwere bis schwere Vergiftungen auslösen können. In der höchsten Kategorie 3 stehen dort unter anderem Herbstzeitlose, Blauer Eisenhut, Tollkirsche, Engelstrompete und Wunderbaum; Eibe, Oleander, Fingerhut, Maiglöckchen, Rhododendron, Goldregen, Narzisse und Thuja stehen in Kategorie 2. Für Hunde gilt die Einstufung nicht: Die Liste wurde für Kleinkinder erstellt, nicht für Tiere. Nutze die Liste als Hinweis, welche Gartenpflanzen überhaupt giftig sind, nicht als Maß für deinen Hund.
„Nicht giftig“ auf einer Liste ist keine Garantie. Die ASPCA führt manche Arten als nicht giftig für Hunde. Das ist ihre Einstufung, nicht unsere Empfehlung: Auch eine solche Pflanze kann Magenprobleme machen, wenn dein Hund viel davon frisst, und Dünger, Schneckenkorn oder Spritzmittel an den Pflanzen stehen auf keiner Pflanzenliste. Keine Liste beweist, dass eine Pflanze harmlos ist; frag im Zweifel deine Tierarztpraxis.
Was ein Foto nicht klären kann
- Ein Foto sagt nichts darüber, wie viel dein Hund gefressen hat oder wie es ihm geht: Das klärt nur die Tierarztpraxis.
- Ausgegrabene Blumenzwiebeln, abgekaute Zweige oder Beeren ohne Blätter lassen sich auf einem Foto oft nicht eindeutig einer Art zuordnen.
- Die Toxikologie-Notizen von Plant Identifier sind KI-geschrieben: ein Hinweis, welche Art es sein könnte, nie eine Entwarnung.
Häufige Fragen
Welche Gartenpflanzen sind für Hunde giftig?
Die ASPCA führt unter anderem Eibe, Oleander, Herbstzeitlose, Fingerhut, Maiglöckchen, Rhododendron, Azalee, Christrose, Buchsbaum, Hortensie und die Zwiebeln von Tulpe, Narzisse und Hyazinthe als giftig für Hunde. Die Tabelle auf dieser Seite nennt zu jeder Art die Anzeichen, die die ASPCA beschreibt.
Erkennen Hunde giftige Pflanzen selbst?
Verlass dich nicht darauf. Keine der Quellen auf dieser Seite sagt, dass Hunde giftige Pflanzen meiden. Junge Hunde kauen besonders viel herum; räum Heckenschnitt, ausgegrabene Zwiebeln und abgefallene Schoten weg, bevor dein Hund daran kommt.
Gibt es Pflanzen, die für Hunde nicht giftig sind?
Wir veröffentlichen bewusst keine solche Liste. Keine Liste beweist, dass eine Pflanze harmlos ist: Eine Einstufung ist keine Garantie, Dünger und Spritzmittel stehen auf keiner Pflanzenliste, und größere Mengen Grünzeug können Magenprobleme machen. Frag im Zweifel deine Tierarztpraxis.
Welche Nummer rufe ich an, wenn mein Hund eine Pflanze gefressen hat?
Deine Tierarztpraxis oder, nachts und am Wochenende, eine Tierklinik oder den tierärztlichen Notdienst. Die Giftnotrufe beraten Menschen: in Deutschland regional, etwa Berlin 030 19240, in Österreich 01 406 43 43, in der Schweiz 145. Tox Info Suisse verweist bei Tieren an die Tierarztpraxis.
Quellen
- Toxic and Non-Toxic Plant List — ASPCA Animal Poison Control Center
- Yew — ASPCA Animal Poison Control Center
- Sago Palm — ASPCA Animal Poison Control Center
- Tiervergiftung — Tox Info Suisse
- BfR-Giftgarten — Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
- Bekanntmachung einer Liste besonders giftiger Gartenpflanzen und einheimischer Pflanzen in der freien Natur (BAnz AT 02.07.2021 B4) — Bundesinstitut für Risikobewertung, Bundesanzeiger
- Liste giftiger Pflanzenarten — Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord), Universitätsmedizin Göttingen
- Vergiftungsinformationszentrale — Gesundheit Österreich GmbH (GÖG)
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