Pflanzen und Haustiere
Giftige Pflanzen für Katzen in Wohnung und Garten
Was du tust, wenn deine Katze an einer Pflanze geknabbert hat, wie du die Pflanze bestimmst und was die Quellen über die häufigsten Arten sagen.

Kurz gesagt
Giftige Pflanzen für Katzen sind in der Wohnung vor allem Lilien, Efeutute, Monstera, Einblatt, Dieffenbachie und Aloe; im Garten Maiglöckchen, Oleander und Blumenzwiebeln wie Tulpe und Narzisse. Alle führt die ASPCA als giftig für Katzen. Bei echten Lilien reichen laut US-Arzneimittelbehörde FDA schon Pollen oder Vasenwasser für ein Nierenversagen. Hat deine Katze an einer Pflanze gefressen, ruf sofort die Tierarztpraxis an und nimm die Pflanze oder ein Foto mit.
- Verdacht auf eine Vergiftung: sofort die Tierarztpraxis oder Tierklinik anrufen, nicht abwarten, bis Anzeichen kommen.
- Echte Lilien (Lilium) und Taglilien (Hemerocallis) sind laut FDA für Katzen besonders gefährlich: die ganze Pflanze, auch Pollen und Vasenwasser.
- Keine Liste beweist, dass eine Pflanze harmlos ist; fehlt eine Art auf einer Liste, heißt das nichts.
Katzen knabbern an Gräsern, Blättern und Blüten, und in vielen Wohnungen stehen Pflanzen, die die ASPCA, ein US-Tierschutzverein mit eigenem Giftnotruf für Tiere, als giftig für Katzen führt. Diese Seite sagt dir zuerst, was du im Ernstfall tust, dann, wie du die Pflanze bestimmst, und erst danach, was die Quellen über die häufigsten Arten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sagen.
Was du jetzt tun solltest
Wenn du siehst oder vermutest, dass deine Katze an einer Pflanze gefressen hat:
- Ruf sofort deine Tierarztpraxis an, nachts und am Wochenende eine Tierklinik oder den tierärztlichen Notdienst deiner Region. Warte nicht, bis Anzeichen auftreten: Bei Lilien beginnt die Nierenschädigung laut FDA oft schon, bevor die Katze deutlich krank wirkt.
- Nimm die Pflanze mit, einen Zweig, ein Blatt oder die Blüte, oder mach ein Foto der ganzen Pflanze und des Etiketts aus dem Topf. Die FDA empfiehlt genau das, damit die Praxis die Art bestimmen kann.
- Notiere, was du weißt: welcher Teil fehlt (Blatt, Blüte, Zwiebel, Pollen im Fell, Wasser aus der Vase) und wann es ungefähr passiert ist.
- Gib nichts auf eigene Faust, keine Hausmittel und keine Medikamente; was zu tun ist, entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt.
Wen du anrufst: Für Tiere ist die Tierarztpraxis zuständig. Tox Info Suisse schreibt auf seiner Seite zu Tiervergiftungen, dass du dich an deine Tierarztpraxis wenden sollst, und gibt Auskünfte zur Behandlung nur direkt an tierärztliche Einrichtungen.
Giftnotruf: Hat ein Mensch, etwa ein Kind, etwas von einer Pflanze gegessen, ruf den Giftnotruf an: in Deutschland das Giftinformationszentrum deines Bundeslandes (Übersicht des BfR), zum Beispiel den Giftnotruf Berlin unter 030 19240; in Österreich die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43; in der Schweiz Tox Info Suisse unter 145. Bei Tieren ruf sofort deine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an.
So findest du heraus, welche Pflanze es war
Die Tierarztpraxis fragt als Erstes nach dem Namen der Pflanze. Steckt noch ein Etikett im Topf, fotografiere es. Fehlt es, hilft ein gutes Foto: das ganze Blatt von oben, eine Blüte, wenn es eine gibt, und die Pflanze im Topf als Ganzes. Wie du Pflanzen per Foto bestimmst, erklärt der Ratgeber Pflanzen bestimmen mit Foto; für Zimmerpflanzen gibt es den Schlüssel Zimmerpflanzen bestimmen.
Mit Plant Identifier fotografierst du die Pflanze und bekommst den deutschen und den wissenschaftlichen Namen. Das Werkzeug Toxikologie in der App schreibt dazu KI-Notizen: welche Pflanzenteile giftig sein können, welche Anzeichen bei Menschen, Hunden und Katzen beschrieben werden und was zu tun ist. Nimm das als Hinweis, unter welchem Namen du bei der ASPCA oder in der Praxis nachschlagen kannst, nie als Urteil. Eine KI kann sich bei der Art irren, und eine Notiz ersetzt keinen Anruf. Die App braucht eine Internetverbindung.
Zwei Dinge erschweren die Bestimmung: Schnittblumen im Strauß (oft mehrere Arten gemischt, Lilien häufig darunter) und abgefressene Pflanzen, von denen nur Stängel übrig sind. Nimm in beiden Fällen alles mit, was noch da ist.
Was die ASPCA als giftig für Katzen führt
Die Tabelle nennt häufige Zimmer- und Gartenpflanzen im deutschsprachigen Raum. Jede Zeile ist mit der englischsprachigen Seite der ASPCA verlinkt; die Anzeichen sind die, die die ASPCA dort nennt, übersetzt. Die Tabelle ist nicht vollständig, und sie sagt nichts über Mengen.
| Pflanze | Wo sie meist steht | Laut ASPCA | Anzeichen laut ASPCA |
|---|---|---|---|
| Lilie (Lilium) | Strauß, Balkon, Beet | giftig für Katzen | Nierenversagen |
| Efeutute (Epipremnum aureum) | Zimmer, Ampel | giftig für Katzen und Hunde | Reizung von Maul, Zunge und Lippen, starkes Speicheln, Erbrechen, Schluckbeschwerden |
| Monstera (Monstera deliciosa) | Zimmer | giftig für Katzen und Hunde | wie Efeutute |
| Einblatt (Spathiphyllum) | Zimmer | giftig für Katzen und Hunde | wie Efeutute |
| Dieffenbachie (Dieffenbachia) | Zimmer | giftig für Katzen und Hunde | wie Efeutute |
| Zimmerkalla (Zantedeschia aethiopica) | Zimmer, Strauß | giftig für Katzen und Hunde | wie Efeutute |
| Aloe (Aloe vera) | Fensterbank | giftig für Katzen und Hunde | Erbrechen, Mattigkeit, Durchfall |
| Geldbaum (Crassula ovata) | Fensterbank | giftig für Katzen und Hunde | Erbrechen, Niedergeschlagenheit, unsicherer Gang |
| Bogenhanf (Sansevieria trifasciata) | Zimmer | giftig für Katzen und Hunde | Übelkeit, Erbrechen, Durchfall |
| Drachenbaum (Dracaena) | Zimmer | giftig für Katzen und Hunde | Erbrechen (manchmal mit Blut), Niedergeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Speicheln, bei Katzen erweiterte Pupillen |
| Strahlenaralie (Schefflera) | Zimmer | giftig für Katzen und Hunde | wie Efeutute |
| Alpenveilchen (Cyclamen) | Fensterbank, Winter | giftig für Katzen und Hunde | Speicheln, Erbrechen, Durchfall; nach großen Mengen Knolle Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle |
| Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) | Advent | giftig für Katzen und Hunde | reizt Maul und Magen, manchmal Erbrechen; die ASPCA nennt die Giftigkeit „generally over-rated“ |
| Amaryllis | Advent, Fensterbank | giftig für Katzen und Hunde | Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Speicheln, Zittern |
| Efeu (Hedera helix) | Zimmer, Hauswand | giftig für Katzen und Hunde | Erbrechen, Bauchschmerzen, Speicheln, Durchfall |
| Chrysantheme | Balkon, Herbst | giftig für Katzen und Hunde | Erbrechen, Durchfall, Speicheln, unsicherer Gang, Hautentzündung |
| Tulpe (Tulipa) | Strauß, Beet | giftig für Katzen und Hunde | Erbrechen, Durchfall, Speicheln; am meisten Gift in der Zwiebel |
| Narzisse, Osterglocke (Narcissus) | Strauß, Beet | giftig für Katzen und Hunde | Erbrechen, Speicheln, Durchfall; nach großen Mengen Krämpfe und Herzrhythmusstörungen |
| Maiglöckchen (Convallaria majalis) | Garten, Strauß | giftig für Katzen und Hunde | Erbrechen, unregelmäßiger Herzschlag, niedriger Blutdruck, Desorientierung, Krampfanfälle |
| Oleander (Nerium oleander) | Kübel, Terrasse | giftig für Katzen und Hunde | Speicheln, Bauchschmerzen, Durchfall, Niedergeschlagenheit, Tod möglich |
| Hortensie (Hydrangea) | Garten, Kübel | giftig für Katzen und Hunde | Erbrechen, Niedergeschlagenheit, Durchfall |
Die meisten Zimmerpflanzen der Aronstabgewächse (Efeutute, Monstera, Einblatt, Dieffenbachie, Zimmerkalla) enthalten laut ASPCA unlösliche Calciumoxalat-Kristalle; daher das Brennen im Maul, das viele Katzen sofort zeigen. Mehr zum Einblatt, das trotz seines englischen Namens „Peace Lily“ keine echte Lilie ist, steht auf der Seite Einblatt.
Lilien und Katzen
Lilien verdienen einen eigenen Abschnitt, weil sie für Katzen in einer anderen Liga liegen als die meisten Zimmerpflanzen. Die ASPCA nennt bei echten Lilien (Lilium) Nierenversagen als Anzeichen. Die FDA beschreibt es genauer:
- Welche Lilien: echte Lilien (Lilium) und Taglilien (Hemerocallis), darunter Asiatische Lilien, Osterlilie, Orientalische Lilien, 'Stargazer' und Tigerlilie.
- Welche Teile: die ganze Pflanze, also Stängel, Blätter, Blüten, Pollen und sogar das Wasser in der Vase. Laut FDA kann es reichen, dass eine Katze ein paar Pollenkörner aus dem Fell leckt.
- Wer betroffen ist: Die Nierenschädigung betrifft laut FDA nur Katzen; Hunde können leichte Magenprobleme bekommen.
- Zeit: Frühe Anzeichen sind laut FDA weniger Aktivität, Speicheln, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Wird erst nach etwa 18 Stunden behandelt, ist das Nierenversagen meist nicht mehr umkehrbar. Früh behandelt sind die Aussichten deutlich besser. Deshalb: sofort anrufen.
Nicht jede „Lilie“ ist eine Lilie. Zimmerkalla und Einblatt heißen auf Englisch „calla lily“ und „peace lily“, gehören aber zu den Aronstabgewächsen. Die FDA ordnet ihnen Reizungen in Maul und Rachen zu, kein Nierenversagen; die ASPCA führt beide trotzdem als giftig für Katzen. Das Maiglöckchen („lily of the valley“) wirkt laut FDA auf den Herzrhythmus und ist ebenfalls gefährlich. Kurz: Bei jedem Namen mit „Lilie“ ruf an und lass die Art klären.
Lilien kommen oft unbemerkt ins Haus, in gemischten Sträußen zu Muttertag, Ostern oder Geburtstagen. Frag beim Kauf nach, ob Lilien im Strauß sind.
Was eine Liste kann und was nicht
Die ASPCA ist eine US-Quelle. Sie ist die größte frei zugängliche Liste zu Pflanzen und Haustieren, aber auf Englisch und mit US-Namen. Die beste deutschsprachige Quelle für Tiere, CliniTox der Universität Zürich, auf die Tox Info Suisse verweist, war am 21.10.2026 nicht erreichbar; wir zitieren sie deshalb nicht.
Die deutsche amtliche Liste gilt für Kleinkinder. Die Liste giftiger Pflanzenarten des Bundesinstituts für Risikobewertung (Bundesanzeiger, BAnz AT 02.07.2021 B4) nennt Garten- und Wildpflanzen, die bei Kleinkindern mittelschwere bis schwere Vergiftungen auslösen können, darunter Maiglöckchen, Oleander, Eibe und Narzisse. Über Katzen sagt sie nichts: Tiere reagieren anders als Menschen, Lilien etwa stehen gar nicht darauf.
„Nicht giftig“ auf einer Liste ist keine Garantie. Die ASPCA führt manche Zimmerpflanzen als nicht giftig für Katzen. Das ist ihre Einstufung, nicht unsere Empfehlung, und wir geben solche Arten hier bewusst nicht als Liste weiter: Auch eine solche Pflanze kann Erbrechen auslösen, wenn deine Katze viel davon frisst, und Dünger oder Pflanzenschutzmittel an den Blättern stehen auf keiner Pflanzenliste. Fehlt eine Pflanze auf einer Liste, zum Beispiel die Zamioculcas, für die wir keine ASPCA-Seite gefunden haben, heißt das ebenfalls nichts. Keine Liste beweist, dass eine Pflanze harmlos ist; frag im Zweifel deine Tierarztpraxis.
Hunde haben andere Risiken. Hunde fressen eher Zwiebeln, Beeren und Zweige im Garten als Blätter in der Wohnung. Was die Quellen dort nennen, steht im Ratgeber Giftige Pflanzen für Hunde.
Was ein Foto nicht klären kann
- Ein Foto sagt nichts darüber, wie viel deine Katze gefressen hat oder wie es ihr geht: Das klärt nur die Tierarztpraxis.
- Bei Schnittblumen im Strauß sind mehrere Arten gemischt; eine App erkennt auf einem Foto oft nur die auffälligste Blüte.
- Die Toxikologie-Notizen von Plant Identifier sind KI-geschrieben: ein Hinweis, welche Art es sein könnte, nie eine Entwarnung.
Häufige Fragen
Welche Zimmerpflanzen sind für Katzen giftig?
Die ASPCA führt unter anderem Efeutute, Monstera, Einblatt, Dieffenbachie, Zimmerkalla, Aloe, Geldbaum, Bogenhanf, Drachenbaum, Strahlenaralie, Alpenveilchen und Weihnachtsstern als giftig für Katzen. Besonders gefährlich sind laut FDA echte Lilien und Taglilien, oft als Schnittblumen im Strauß.
Merken Katzen selbst, welche Pflanzen giftig sind?
Darauf solltest du dich nicht verlassen. Keine der Quellen auf dieser Seite sagt, dass Katzen giftige Pflanzen meiden. Bei Lilien reicht laut FDA schon Pollen, den eine Katze sich beim Putzen aus dem Fell leckt.
Gibt es eine Liste mit Pflanzen, die für Katzen nicht giftig sind?
Wir veröffentlichen bewusst keine solche Liste. Keine Liste beweist, dass eine Pflanze harmlos ist: Eine Einstufung ist keine Garantie, auch eine als nicht giftig geführte Pflanze kann Erbrechen auslösen, und Dünger oder Spritzmittel an den Blättern stehen auf keiner Liste. Frag im Zweifel deine Tierarztpraxis.
Welche Nummer rufe ich an, wenn meine Katze eine Pflanze gefressen hat?
Deine Tierarztpraxis oder, nachts und am Wochenende, eine Tierklinik oder den tierärztlichen Notdienst. Die Giftnotrufe beraten Menschen: in Deutschland regional, etwa Berlin 030 19240, in Österreich 01 406 43 43, in der Schweiz 145. Tox Info Suisse verweist bei Tieren an die Tierarztpraxis.
Quellen
- Toxic and Non-Toxic Plant List — ASPCA Animal Poison Control Center
- Lily — ASPCA Animal Poison Control Center
- Lovely Lilies and Curious Cats: A Dangerous Combination — U.S. Food and Drug Administration (FDA)
- Tiervergiftung — Tox Info Suisse
- Liste giftiger Pflanzenarten — Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord), Universitätsmedizin Göttingen
- Bekanntmachung einer Liste besonders giftiger Gartenpflanzen und einheimischer Pflanzen in der freien Natur (BAnz AT 02.07.2021 B4) — Bundesinstitut für Risikobewertung, Bundesanzeiger
- Vergiftungsinformationszentrale — Gesundheit Österreich GmbH (GÖG)
Weiterlesen
- Pflanzen und HaustiereGiftige Pflanzen für Hunde in Garten und Wohnung
- Ratgeber PflanzenbestimmungPflanzen bestimmen mit Foto: Art erkennen und Ergebnis prüfen
- Kostenloses WerkzeugZimmerpflanzen bestimmen mit dem Bestimmungsschlüssel
- Zimmerpflanze im PorträtEinblatt erkennen: Blätter, Blüte und Doppelgänger
- Zimmerpflanze im PorträtEfeutute erkennen: Blätter, Stiele und ähnliche Rankpflanzen