Bestimmungshilfe Rasen
Unkraut im Rasen bestimmen: nach Blüte, Blatt und Wuchs
Die häufigsten Rasenkräuter in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sortiert nach dem, was du siehst, mit einem Feldtest für jede Verwechslung und dem, was die Pflanze über deinen Rasen verrät.

Kurz gesagt
Unkraut im Rasen bestimmst du in drei Schritten: zuerst die Blütenfarbe (gelb, lila-blau, weiß oder keine), dann das Blatt (dreizählig wie Klee, rundlich-gekerbt, Rosette, gefiedert, Grasblatt) und zuletzt den Wuchs (kriechend mit Ausläufern oder aufrecht). Ein vierkantiger Stängel mit Duft heißt Gundermann, eine Rosette mit Milchsaft Löwenzahn. Viel Moos deutet laut RHS auf Schatten, Verdichtung, Nässe oder zu tiefen Schnitt.
- Erst Blütenfarbe, dann Blattform, dann Wuchs: so grenzt du die rund 20 häufigsten Rasenkräuter schnell ein.
- Viele Doppelgänger trennt ein einziger Griff: Stängel rollen (vierkantig oder rund), Blatt abreißen (Milchsaft oder nicht), Blättchen zählen.
- Moos und Hahnenfuß zeigen Nässe und Schatten an, Klee kommt mit wenig Stickstoff aus: Das Unkraut ist oft ein Hinweis auf den Standort.
- Auf Wegen, Einfahrten und Pflaster sind Herbizide, Salz und Hausmittel laut Landwirtschaftskammer NRW verboten; halte dich an Etikett und örtliche Regeln.
Unkraut im Rasen bestimmst du am schnellsten über das, was du ohnehin zuerst siehst: die Farbe der Blüte. Danach grenzen Blattform und Wuchs die Auswahl auf eine oder zwei Arten ein. Diese Seite sortiert die häufigsten Rasenkräuter in Deutschland, Österreich und der Schweiz genau so, gibt dir für jedes Doppelgänger-Paar einen Feldtest und sagt dir, was die Pflanze über deinen Rasen verrät.
Die Bestimmung in drei Blicken: Blüte, Blatt, Wuchs
Knie dich hin und arbeite diese Reihenfolge ab. Die meisten Rasenkräuter erkennst du nach dem dritten Schritt gut genug, um sie in der passenden Gruppe unten nachzuschlagen.
- Blütenfarbe. Kleine gelbe Blüten, lila oder blaue Blüten, weiße Blüten oder gar keine Blüte (dann sind es Rosetten, Gräser oder Moos).
- Blatt. Dreizählig wie Klee, rundlich mit gekerbtem Rand, fein gefiedert wie eine Feder, schmal und parallelnervig, oder als flache Rosette direkt am Boden.
- Wuchs und Stängel. Zieh vorsichtig an einem Trieb. Kriecht er über den Boden und wurzelt an den Knoten, ist es ein Ausläufer-Kraut. Roll den Stängel zwischen Daumen und Zeigefinger: Vierkantige Stängel haben die Lippenblütler (Gundermann, Günsel, Braunelle), runde Stängel fast alle anderen.
Die RHS beschreibt typische Rasenkräuter als zähe, niedrige, meist mehrjährige Pflanzen, die Mähen und Betreten vertragen, oft mit kriechenden, wurzelnden Trieben, und die lückige Stellen schnell besiedeln. Genau deshalb lohnt sich Schritt 3: Der Wuchs sagt dir, wie die Pflanze sich ausbreitet.
Wenn du gar nicht weißt, wo du anfangen sollst, mach ein Foto von oben und eines seitlich vom Trieb. Plant Identifier nennt dir aus einem Foto einen deutschen und einen wissenschaftlichen Namen, den du dann mit den Feldtests unten prüfst. Wie du so ein Foto aufnimmst, steht in Pflanze richtig fotografieren.
Unkraut im Rasen mit kleinen gelben Blüten
Gelb ist die häufigste Rasenfarbe von März bis Oktober. Fünf Arten teilen sich fast alle Fälle.
- Löwenzahn (Taraxacum): flache Rosette aus langen, meist gezähnten Blättern, eine volle Blütenscheibe aus vielen Zungenblüten auf einem hohlen Stiel, später die Pusteblume. Blatt- und Blütenstiele führen weißen Milchsaft, unter der Rosette sitzt eine kräftige Pfahlwurzel.
- Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens): Blätter in drei tief gelappte, gezähnte Abschnitte geteilt, oft mit hellen Flecken, fünf glänzend gelbe Blütenblätter, lange Ausläufer, die an den Knoten wurzeln (RHS).
- Hornklee (Lotus corniculatus): gelbe Schmetterlingsblüten, oft orange oder rot überlaufen, in kleinen Dolden; die Blätter haben fünf Blättchen, drei oben und zwei am Grund.
- Hopfenklee (Medicago lupulina): winzige gelbe Blüten in dichten, rundlichen Köpfchen; dreizählige Blätter, deren Blättchen vorn ein winziges Stachelspitzchen tragen; später schwarze Früchtchen.
- Sauerklee (Oxalis, im Rasen meist der Hornfrüchtige Sauerklee): dreizählige, herzförmige Blättchen, oft rötlich bis purpurn, kleine offene gelbe Schalenblüten, danach aufrechte Fruchtkapseln.
Feldtest Löwenzahn gegen Hahnenfuß: Brich einen Blütenstiel ab. Tritt weißer Milchsaft aus und ist der Stiel hohl, ist es Löwenzahn. Siehst du fünf einzelne, lackglänzende Blütenblätter und einen Ausläufer, der zur nächsten Pflanze führt, ist es Hahnenfuß.
Feldtest Hornklee gegen Hopfenklee: Zähl die Blättchen. Fünf (drei plus zwei am Blattgrund) heißt Hornklee, drei heißt Hopfenklee. Dazu ist die Hornklee-Blüte groß genug, um die Schmetterlingsform mit bloßem Auge zu sehen, beim Hopfenklee brauchst du eine Lupe.
Was es über den Rasen sagt: Die RHS schreibt, Kriechender Hahnenfuß gedeihe in feuchtem Boden und vertrage zeitweise Staunässe. Viel Hahnenfuß ist also ein Hinweis auf nasse, oft verdichtete Stellen.
Unkraut im Rasen mit lila oder blauen Blüten
Hier liegt die häufigste Verwechslung im Rasen: vier niedrige Kräuter mit blau-violetten Blüten, drei davon Lippenblütler mit vierkantigem Stängel.
- Gundermann (Glechoma hederacea): kriechende, an den Knoten wurzelnde Triebe, rundlich-nierenförmige Blätter mit grob gekerbtem Rand, violette Lippenblüten in den Blattachseln, ab dem Frühjahr. Zerreibst du ein Blatt, riecht es kräftig würzig. Mehr in unserem Steckbrief Gundermann.
- Kriechender Günsel (Ajuga reptans): glänzende, oft bronzefarbene Blattrosette, aus der eine aufrechte Ähre mit blauen Lippenblüten steigt; oberirdische Ausläufer.
- Ehrenpreis (Veronica): Die RHS nennt vier Arten, die in Gärten häufig sind. Im Rasen am verbreitetsten ist der Faden-Ehrenpreis (Veronica filiformis) mit dünnen, rötlichen Kriechtrieben, kleinen rundlichen, gezähnten Blättern und einzelnen hell lila-blauen Blüten an langen Stielen, laut RHS von April bis Juli.
- Kleine Braunelle (Prunella vulgaris): vierkantiger Stängel, eiförmige Blätter, dichter, walzenförmiger Blütenkopf am Ende des Triebs mit violetten Lippenblüten zwischen bräunlichen Hochblättern.
Feldtest Gundermann gegen Ehrenpreis: Roll den Stängel. Vierkantig und ein Duft beim Zerreiben heißt Gundermann. Rund, fadendünn und eine flache Blüte mit vier ungleichen Zipfeln an einem langen Stiel heißt Ehrenpreis.
Feldtest Gundermann gegen Günsel: Schau, wo die Blüten sitzen. Beim Gundermann stehen sie einzeln oder zu wenigen in den Blattachseln entlang des kriechenden Triebs, beim Günsel alle zusammen in einer aufrechten Ähre über der Rosette. Günsel riecht beim Zerreiben kaum.
Feldtest Braunelle gegen Günsel: Die Braunelle trägt ihren Blütenkopf am Ende des Stängels, dicht wie ein kleiner Zapfen, der Günsel eine lockere Ähre mit Blättchen zwischen den Blütenquirlen.
Unkraut ist nicht immer Unkraut: Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz zählt Gänseblümchen, Gundermann, Ehrenpreis, Hornklee und Butterblumen zu den Pflanzen, die vom Mähverzicht im Mai besonders profitieren, und nennt Gänseblümchen, Günsel und Klee als Arten, die bei monatlichem Schnitt immer wieder blühen. Gundermann ist eine Wildpflanze des Rasens, keine Zimmerpflanze: Pflegetipps für Topfpflanzen helfen hier nicht.
Unkraut im Rasen mit weißen Blüten
- Gänseblümchen (Bellis perennis): flache Rosette aus spateligen Blättern, ein einzelnes Blütenköpfchen pro blattlosem Stiel, weiße, oft rosa gesäumte Zungenblüten um eine gelbe Mitte.
- Weißklee (Trifolium repens): kriechende, wurzelnde Triebe, dreizählige Blätter, oft mit hellem, winkelförmigem Band, weiße kugelige Blütenköpfe auf langen Stielen.
- Schafgarbe (Achillea millefolium): sehr fein, mehrfach gefiederte, federartige Blätter, kleine weiße bis rosa Köpfchen in flachen Schirmen. Im kurz gemähten Rasen siehst du oft nur die Federblätter.
- Vogelmiere (Stellaria media): weiche, liegende Triebe, kleine, eiförmige, zugespitzte Blätter paarweise gegenüber, winzige weiße Sternblüten mit tief geteilten Blütenblättern. Sie fällt vor allem dort auf, wo der Rasen lückig ist.
Feldtest Gänseblümchen gegen Schafgarbe: Sieh dir das Blatt an, nicht die Blüte. Ein ganzes, löffelförmiges Blatt heißt Gänseblümchen, ein Blatt wie eine Feder heißt Schafgarbe.
Feldtest Vogelmiere gegen Weißklee: Ganzes, einfaches Blatt in Paaren heißt Vogelmiere, ein dreizähliges Blatt heißt Klee.
Unkraut im Rasen, das aussieht wie Klee
Vier Pflanzen mit kleeartigen Blättern, leicht zu trennen, wenn du die Blättchen genau ansiehst:
| Pflanze | Blättchen | Blüte | Wuchs |
|---|---|---|---|
| Weißklee (Trifolium repens) | drei, rundlich, oft mit hellem Winkelband | weiße Kugelköpfe | kriechend, wurzelt an den Knoten |
| Sauerklee (Oxalis) | drei, herzförmig mit Kerbe, oft rötlich | kleine gelbe Schalenblüten | kriechend, niedrig |
| Hopfenklee (Medicago lupulina) | drei, mit winziger Stachelspitze | winzige gelbe, dichte Köpfchen | liegend bis aufsteigend |
| Hornklee (Lotus corniculatus) | fünf (drei oben, zwei am Grund) | gelbe Schmetterlingsblüten in Dolden | aufsteigend |
Feldtest: Leg ein Blatt flach auf die Hand. Hat jedes Blättchen eine Kerbe an der Spitze, sodass es wie ein Herz aussieht, ist es Sauerklee. Ist die Spitze rund mit einem kaum sichtbaren Spitzchen, ist es Hopfenklee. Siehst du fünf Blättchen, ist es Hornklee. Rundliche Blättchen mit hellem Band und weiße Köpfe heißen Weißklee.
Was es über den Rasen sagt: Laut der Gartenakademie Rheinland-Pfalz kann Weißklee Luftstickstoff im Boden fixieren und braucht deshalb weniger Dünger; er ist ein Bewohner eher frischer Böden. Die RHS ergänzt, Klee sei trockenheitsverträglicher als Rasengräser und bleibe in langen Sommern grün. Viel Klee in einem sonst schwachen Rasen ist also ein Hinweis darauf, dass den Gräsern Stickstoff fehlt. Das ist eine Deutung, keine Messung.
Rosetten am Boden: Wegerich und Löwenzahn
Ohne Blüte bleiben im kurz gemähten Rasen vor allem flache Blattrosetten übrig.
- Breitwegerich (Plantago major): breite, eiförmige Blätter mit langem Stiel, flach am Boden, mit kräftigen, parallel laufenden Nerven; später dünne, aufrechte Ähren.
- Spitzwegerich (Plantago lanceolata): schmale, lanzettliche Blätter mit ebenfalls parallelen Nerven, Blütenköpfchen als kurze, dunkle Walze auf einem langen, gefurchten Stiel.
- Löwenzahn: Die Rosette liegt im Rasen meist flach, die Blätter sind lang, schmal und meist tief gezähnt bis gelappt, oft mit rötlichem Ansatz.
Feldtest Wegerich gegen Löwenzahn: Reiß ein Blatt quer ab. Ziehen sich zähe, weiße Fäden aus den Nerven, ist es Wegerich. Tritt weißer Milchsaft aus, ist es Löwenzahn. Breiter Blattumriss heißt Breitwegerich, schmaler Spitzwegerich.
Gräser im Rasen: Quecke und Einjähriges Rispengras
Nicht jedes Gras im Rasen gehört zur Rasenmischung. Zwei sind besonders häufig.
- Gemeine Quecke (Elymus repens): breitere, graugrüne Blätter, die aus der Rasennarbe herausstehen; im Boden lange, weiße, unterirdische Ausläufer, die weit von der Pflanze weglaufen. Die RHS listet Quecke unter den groben Gräsern, die im Rasen als Unkraut gelten.
- Einjähriges Rispengras (Poa annua): hellgrüne, weiche Horste, die auch bei kurzem Schnitt blühen und dann mit weißlichen Rispen auffallen; der Rasen wirkt fleckig hell.
Feldtest: Grab mit einer Handschaufel neben dem Grashorst. Findest du dicke, weiße, waagerecht laufende Ausläufer, ist es Quecke. Löst sich ein flacher Horst ohne Ausläufer und blüht er trotz kurzem Schnitt mitten in der Saison, ist es Einjähriges Rispengras.
Moos im Rasen: das deutlichste Signal
Moos ist keine Blütenpflanze und braucht keinen Bestimmungsschlüssel, aber es sagt viel über den Standort. Die RHS nennt als Ursachen dünnes, lückiges Gras durch Trockenstress, Schatten oder zu tiefes Mähen, abgetretene Stellen, verdichteten oder schlecht vorbereiteten Boden, feuchtes Klima und Staunässe sowie sauren Boden. Auf dem RHS-Überblick zu Rasenunkräutern steht außerdem, dass Algen, Flechten, Lebermoose und Moose besonders in schattigen oder schlecht drainierten Rasen auftreten.
Was das Unkraut über deinen Rasen verrät
| Was du siehst | Möglicher Hinweis | Quelle |
|---|---|---|
| Viel Moos | Schatten, Verdichtung, Staunässe, saurer Boden, zu tiefer Schnitt | RHS, Moss in lawns |
| Kriechender Hahnenfuß | feuchter, zeitweise nasser Boden | RHS, Creeping buttercup |
| Viel Weißklee | Gräser bekommen wenig Stickstoff; Klee bindet ihn selbst | Gartenakademie RLP, RHS |
| Kahle Stellen voller Kräuter | Gras zu kurz geschnitten oder lückig | RHS, Weeds in lawns |
| Kleiner Sauerampfer, Hainsimse | saurer Boden | RHS, Weeds in lawns |
Die RHS schreibt, dass sehr kurzes Mähen die Gräser schwächt und kahle Stellen schafft, in denen sich Unkraut ansiedelt; sie rät, die Schnitthöhe vor allem im Sommer anzuheben. Für Moos, Hahnenfuß und Klee gilt deshalb dasselbe: Wenn du den Standort änderst (weniger Schatten, weniger Verdichtung, höherer Schnitt), ändert sich der Rasen. Ob dein Boden sauer ist oder Nährstoffe fehlen, klärt nur eine Bodenprobe.
Fleckige, gelbe oder braune Stellen ohne fremde Pflanzen haben andere Ursachen; dazu passt unser Ratgeber Pflanzenkrankheiten erkennen.
Bestimmen ja, bekämpfen nach Gesetz: der rechtliche Rahmen
Diese Seite hilft dir beim Bestimmen, nicht beim Bekämpfen. Wenn du doch etwas entfernen willst, gilt in Deutschland:
- Nur zugelassene Mittel. Nach § 12 Abs. 3 Pflanzenschutzgesetz dürfen im Haus- und Kleingarten nur Pflanzenschutzmittel angewendet werden, die für nichtberufliche Anwender zugelassen sind (oder deren Eignung für den Haus- und Kleingarten das BVL festgestellt hat). Halte dich an das Etikett und die örtlichen Regeln.
- Keine Herbizide, kein Salz, keine Hausmittel auf befestigten Flächen. Die Landwirtschaftskammer NRW stellt klar: Auf Wegen, Einfahrten, Pflaster und Terrassen ist die Bekämpfung unerwünschter Pflanzen und Moose mit Herbiziden, Streu- oder Tafelsalz und sogenannten Hausmitteln verboten, auch privat, und kann mit Bußgeld geahndet werden. Salz, das Pflanzen abtöten soll, gilt dabei rechtlich wie ein Pflanzenschutzmittel. Nach der in NRW geltenden Anwendungsvorschrift gilt das auch für Wege, die zwischen Rasenflächen liegen. Die Kammer nennt nur eine eng gefasste Ausnahme für einen EU-genehmigten Grundstoff; frag deinen Pflanzenschutzdienst, bevor du dich darauf berufst.
- Erst den Rasen, dann das Kraut. Die RHS schreibt, dass nichtchemische Pflege im Rasen viel bewirkt, etwa die Schnitthöhe anheben und Lücken nachsäen.
Österreich und Schweiz: Dort gelten eigene Pflanzenschutzregeln der Länder beziehungsweise des Bundes und der Kantone. Frag vor jedem Mitteleinsatz die Landwirtschaftskammer deines Bundeslandes oder den kantonalen Pflanzenschutzdienst. Für Produkte und Dosierungen gilt überall: Etikett lesen, lokale Regeln beachten. Wir nennen weder Produkte noch Mengen.
So hilft dir ein Foto weiter
Wenn eine Pflanze in keine Gruppe passt, fotografiere sie aus der Nähe, mit Blüte und Blatt im Bild, und lass sie bestimmen. Plant Identifier gibt dir zu einem Foto einen Namen, eine Beschreibung von Blatt, Blüte und Wuchs und den Standort, an dem die Art typischerweise wächst. Eine Trefferwahrscheinlichkeit oder eine Liste ähnlicher Arten zeigt die App nicht, darum ist der Feldtest oben dein Gegencheck. Unter dem Ergebnis kannst du Folgefragen stellen, etwa ob der Hahnenfuß auf Staunässe hinweist, und wenn du den Standort erlaubst, zeigt die Pflanzenkarte, wo du die Pflanze gefunden hast. Mehr zur Methode steht in Pflanzen bestimmen mit Foto.
Was ein Foto nicht klären kann
- Ein Foto zeigt selten den Stängelquerschnitt, den Duft oder ob ein Blatt Milchsaft hat: Diese Tests machst du mit der Hand, nicht mit der App.
- Ohne Blüte sehen Rosetten (Löwenzahn, Ferkelkraut, Habichtskraut) und viele Gräser sehr ähnlich aus; im Frühjahr ist ein zweites Foto zur Blütezeit oft nötig.
- Was ein Rasenkraut über den Boden verrät, ist ein Hinweis, keine Messung: pH-Wert und Nährstoffe klärt nur eine Bodenprobe im Labor.
- Eine App sagt dir nicht, ob ein Mittel zugelassen ist oder auf deiner Fläche angewendet werden darf; das regeln Gesetz, Gebrauchsanleitung und der Pflanzenschutzdienst deines Landes.
Häufige Fragen
Welches Unkraut im Rasen hat kleine gelbe Blüten?
Am häufigsten sind Löwenzahn (eine volle Blütenscheibe auf hohlem Stiel), Kriechender Hahnenfuß (fünf glänzende Blütenblätter, Ausläufer), Hornklee und Hopfenklee (Schmetterlingsblüten) sowie Sauerklee (herzförmige Blättchen). Blatt und Wuchs entscheiden, welcher es ist.
Welches Unkraut im Rasen hat lila Blüten?
Meist Gundermann (vierkantiger, kriechender Stängel, nierenförmige Blätter, würziger Duft), Kriechender Günsel (aufrechte Blütenähre aus einer glänzenden Rosette), Ehrenpreis (winzige hellblaue Blüten an langen Stielen) oder Kleine Braunelle (dichter Blütenkopf am Triebende).
Was ist das Unkraut im Rasen, das aussieht wie Klee?
Weißklee hat weiße Kugelköpfe und oft einen hellen Winkel auf den Blättchen, Sauerklee herzförmige Blättchen und gelbe Schalenblüten, Hopfenklee winzige gelbe Köpfchen. Hornklee hat fünf Blättchen statt drei und ist streng genommen gar kein Klee.
Muss ich Unkraut im Rasen entfernen?
Nein. Die RHS schreibt, die meisten Rasenkräuter seien heimische Wildblumen, die Insekten nützen; die Gartenakademie Rheinland-Pfalz zählt Gänseblümchen, Gundermann, Ehrenpreis und Hornklee zu den Gewinnern seltenen Mähens. Ob etwas Unkraut ist, entscheidest du.
Darf ich Unkraut mit Salz oder Hausmitteln bekämpfen?
Auf Wegen, Einfahrten und Pflaster ist laut Landwirtschaftskammer NRW die Unkrautbekämpfung mit Salz, Herbiziden oder Hausmitteln verboten. Im Haus- und Kleingarten dürfen nur für nichtberufliche Anwender zugelassene Mittel verwendet werden (§ 12 PflSchG). Halte dich an das Etikett und die örtlichen Regeln.
Quellen
- Weeds in lawns — Royal Horticultural Society (RHS)
- Moss in lawns — Royal Horticultural Society (RHS)
- Creeping buttercup — Royal Horticultural Society (RHS)
- Speedwell — Royal Horticultural Society (RHS)
- Mähfreier-Mai! - Infos und Mitmachaktion — Gartenakademie Rheinland-Pfalz (DLR)
- Überlegungen zum Thema Klimarasen (Kleerasen) — Gartenakademie Rheinland-Pfalz (DLR)
- Keine Unkrautbekämpfung mit Salz oder Hausmitteln! — Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Pflanzenschutzdienst
- Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) § 12 Vorschriften für die Anwendung — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
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