Zimmerpflanze im Porträt

Alocasia erkennen: Blätter, Adern und Verwechslungen

Große Pfeil- oder Herzblätter, einzeln auf langen, saftigen Stielen, bei 'Polly' dunkelgrün mit silbrig-weißen Adern: So erkennst du eine Alocasia und trennst sie von Colocasia und Xanthosoma.

Gouache-Tafel mit einer Alocasia (Polly-Typ) im Topf: pfeilförmige dunkelgrüne Blätter mit welligem Rand und kräftigen weißen Adern, daneben ein größeres grünes Blatt der Alocasia macrorrhizos
Illustration (KI-generiert, nur zur Orientierung)

Kurz gesagt

Eine Alocasia (Pfeilblatt) erkennst du an drei Merkmalen: Ihre Blätter sind groß, pfeil- oder herzförmig und stehen einzeln auf langen, saftigen Stielen, die direkt aus der Knolle kommen. Die Adern treten oft auffällig hervor, bei Alocasia × amazonica 'Polly' silbrig bis weiß auf dunkelgrünem Grund mit violetter Unterseite. Der Stiel setzt meist am Einschnitt des Blatts an, bei Colocasia dagegen mitten in der Blattfläche.

  • Pfeilblatt auf langem, saftigem Stiel und kräftige Adern: das Grundbild jeder Alocasia.
  • 'Polly' gehört zu Alocasia × amazonica, botanisch heute Alocasia × mortfontanensis: dunkelgrün, silbrig-weiße Adern, Unterseite violett.
  • Setzt der Stiel deutlich innerhalb der Blattfläche an, spricht das für Colocasia; ganz sicher ist der Test nicht.
  • Laut ASPCA giftig für Hunde, Katzen und Pferde (unlösliche Calciumoxalate).

Bestimmungsmerkmale auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name
Alocasia × amazonica 'Polly' (A. × mortfontanensis), Alocasia macrorrhizos
Familie
Araceae (Aronstabgewächse)
Typ
Zimmerpflanze, mehrjährig, immergrün
Blattform
Pfeil- oder herzförmig, laut NC State je nach Art 30 bis 90 cm lang; bei manchen Arten gelappt oder geteilt.
Adern
Oft auffällig hervortretend; bei 'Polly' und anderen Formen von A. × amazonica silbrig bis limettenweiß auf mittel- bis dunkelgrünem Grund.
Blattunterseite und Rand
Bei A. × amazonica laut NC State violett unterseits, der Rand gewellt; bei anderen Arten grün.
Blattstiel
Lang, kräftig und saftig, jedes Blatt einzeln; laut Hortflora am Grund scheidig.
Blattansatz
Der Stiel setzt meist am Einschnitt zwischen den beiden unteren Lappen an oder knapp darüber; Hortflora nennt junge Blätter teils schildförmig.
Wurzelstock
Knolle oder Rhizom im Topf; Vermehrung über Tochterknollen und Ableger.
Blüte
Cremeweißer Kolben in einer grünlichen, kapuzenartigen Hülle (Spatha); im Zimmer selten.
Größe
A. × amazonica laut NC State 30 bis 120 cm hoch; großblättrige Arten wie A. macrorrhizos in den Tropen bis 3 m, teils baumartig.
Herkunft
Tropisches und subtropisches Asien bis Ostaustralien; A. × amazonica ist eine in Frankreich gezüchtete Kreuzung.

Alocasia ist eine Gattung von rund 70 bis 80 Arten aus der Familie der Aronstabgewächse, zu Hause im tropischen und subtropischen Asien bis Ostaustralien. Im Handel heißen die Pflanzen Alocasia, Pfeilblatt oder Elefantenohr, und unter denselben Namen werden auch Colocasia und Xanthosoma verkauft. Prüf deshalb vier Dinge in dieser Reihenfolge: Blattform, Adern, Stiel und den Punkt, an dem der Stiel ins Blatt übergeht.

Alocasia erkennen in vier Schritten

1. Die Blattform. Laut NC State Extension tragen Alocasien große herz- oder pfeilförmige Blätter, je nach Art 30 bis 90 cm lang, die an Elefantenohren erinnern. Farbe, Größe und Form unterscheiden sich stark zwischen Arten und Sorten.

2. Die Adern. Die Blätter haben oft eine auffällige Aderung. Bei Alocasia × amazonica und ihrer Sorte 'Polly' treten die Adern laut NC State silbrig bis limettenweiß hervor, die Blattfläche ist dick, glatt und mittel- bis dunkelgrün, die Unterseite violett und der Rand gewellt.

3. Der Stiel. Jedes Blatt sitzt einzeln auf einem langen, kräftigen, saftigen Stiel. Hortflora, die Gartenflora der Royal Botanic Gardens Victoria, beschreibt die Stiele als lang und am Grund scheidig. Sie wachsen aus einer Knolle oder einem Rhizom im Topf.

4. Der Blattansatz. Dreh ein älteres Blatt um. Bei Alocasia setzt der Stiel meist am Einschnitt zwischen den beiden unteren Lappen an oder knapp darüber. Sitzt er deutlich innerhalb der Blattfläche, prüf, ob es eine Colocasia ist, wie im nächsten Abschnitt beschrieben.

Bist du unsicher, fotografiere ein ganzes Blatt von oben, die Unterseite mit dem Stielansatz und die Pflanze von der Seite. Plant Identifier bestimmt die Pflanze aus einem Foto; die App zeigt aber keinen Sicherheitswert und keine Liste ähnlicher Arten, prüf das Ergebnis deshalb mit den Schritten oben. Weitere Zimmerpflanzen grenzt der Schlüssel Zimmerpflanzen bestimmen nach Blattform ein.

Alocasia, Colocasia oder Xanthosoma

Alle drei Gattungen werden im Englischen „Elephant Ears“ genannt. Wisconsin Horticulture, der Gartenberatungsdienst der University of Wisconsin, nennt einen Unterschied, den du am Blatt prüfen kannst: Bei Colocasia setzt der Stiel nahe der Mitte der Blattunterseite an, das Blatt ist schildförmig und steht etwa rechtwinklig zum aufrechten Stiel. Bei Alocasia und Xanthosoma ist das Blatt meist nicht schildförmig und wird aufrechter gehalten.

Auch NC State beschreibt bei Colocasia esculenta, dass der Stiel aus der Mitte des Blatts kommt. Eine Einschränkung macht Hortflora: Auch Alocasia-Blätter können zumindest anfangs schildförmig sein. Prüf den Stielansatz deshalb an mehreren älteren Blättern.

Merkmal Alocasia Colocasia Xanthosoma
Stielansatz meist am Einschnitt, jung teils schildförmig schildförmig, nahe der Blattmitte meist nicht schildförmig
Blatthaltung eher aufrecht etwa rechtwinklig zum Stiel, nach oben oder außen eher aufrecht
Herkunft tropisches Asien bis Australien tropisches Asien und Pazifik tropisches Amerika
Verwendung Zimmerpflanze, viele Sorten laut NC State auch Kübelpflanze für den Sommer draußen selten im Handel

Xanthosoma ist im deutschsprachigen Handel selten. Ohne Blüte lässt sie sich am Blatt kaum von Alocasia trennen; Etikett und Sortenname helfen hier mehr als jedes Merkmal.

Polly, amazonica und macrorrhizos

Alocasia × amazonica ist keine Wildart, sondern eine Kreuzung. NC State führt sie als Alocasia × mortfontanensis, gezüchtet vom französischen Gärtner Chantrier in Mortefontaine aus A. longiloba und A. sanderiana. Die Pflanzen werden 30 bis 120 cm hoch und 30 bis 60 cm breit. 'Polly' ist eine bekannte Sorte dieser Gruppe; Wisconsin Horticulture schreibt sie auch 'Poly'.

Alocasia macrorrhizos ist laut World Flora Online der anerkannte Name dieser großblättrigen Art; im Handel liest du auch die Schreibweise A. macrorrhiza. Großblättrige Alocasien werden laut NC State in den Tropen bis 3 m hoch, Hortflora nennt manche Arten baumartig. Im Topf bleiben sie deutlich kleiner.

Andere Namen im Handel, etwa 'Frydek', 'Zebrina' oder 'Black Velvet', sind Arten oder Sorten derselben Gattung. Das Grundbild bleibt: Pfeil- oder Herzblatt auf langem, saftigem Stiel.

Giftigkeit: was die Quellen sagen

Die ASPCA führt Alocasia als giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Als Giftstoff nennt sie unlösliche Calciumoxalate, als Anzeichen Reizungen, Schmerzen und Schwellungen in Maul, Zunge und Lippen, starkes Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden. NC State nennt alle Teile von A. × amazonica giftig und warnt, dass der Saft Haut und Augen reizen kann; Kinder und Haustiere sollten nicht an die Pflanze gelangen. Welche Zimmerpflanzen Quellen für Katzen als giftig führen, sammelt der Ratgeber Giftige Pflanzen für Katzen.

Hat ein Kind oder ein Tier an einer Alocasia gekaut, ruf den Giftnotruf an: in Deutschland das Giftinformationszentrum deines Bundeslandes, im Norden etwa GIZ-Nord unter 0551 19240, in Österreich die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43, in der Schweiz Tox Info Suisse unter 145. Bei Tieren ist die Tierarztpraxis die erste Adresse. Die Hinweise im Werkzeug „Toxikologie“ von Plant Identifier schreibt eine KI; sie ersetzen keine Beratung.

Kurz zur Pflege

NC State empfiehlt für A. × amazonica helles, indirektes Licht, eine feuchte, durchlässige, nährstoffreiche Erde, Wärme und hohe Luftfeuchte; die Temperatur sollte nicht unter etwa 15 °C fallen, direkte Sonne verbrennt die Blätter. Im Winter wird weniger gegossen. Gelbe Blätter können laut NC State von zu viel oder zu wenig Wasser oder von zu wenig Licht kommen, Staunässe führt zu Wurzel- und Stängelfäule. Als Schädlinge nennt NC State Spinnmilben, Wollläuse und Blattläuse. Was hinter gelben Blättern stecken kann, erklärt der Ratgeber Gelbe Blätter.

Ähnliche Arten und wie du sie unterscheidest

Taro, Colocasia (Colocasia esculenta)

Dreh das Blatt um und such den Stielansatz: Bei Colocasia setzt der Stiel laut Wisconsin Horticulture nahe der Blattmitte auf der Unterseite an (schildförmig), deutlich innerhalb der Fläche. Bei Alocasia sitzt er meist am Einschnitt, die Blätter stehen aufrechter. Junge Alocasia-Blätter können laut Hortflora aber ebenfalls schildförmig sein.

Xanthosoma (zum Beispiel Xanthosoma sagittifolium)

Ein Foto trennt sie oft nicht sicher: Xanthosoma-Blätter sind laut Wisconsin Horticulture wie bei Alocasia meist nicht schildförmig und eher aufrecht. Xanthosoma stammt aus dem tropischen Amerika, Alocasia aus Asien und Australien. Kauf-Etikett und Sortenname, etwa die gelbgrüne 'Lime Zinger', helfen mehr als das Blatt.

Was ein Foto nicht klären kann

  • Viele Alocasia-Sorten wie 'Polly', 'Frydek' oder 'Zebrina' werden über Etikett und Herkunft benannt; ein Foto trennt nahe verwandte Sorten und Hybriden nicht verlässlich.
  • Alocasia, Colocasia und Xanthosoma sind ohne Blüte manchmal nicht sicher auseinanderzuhalten. Der Stielansatz ist ein Hinweis, kein Beweis.
  • Ob ein Kind oder ein Tier nach dem Kauen an einer Alocasia behandelt werden muss, entscheidet weder diese Seite noch eine App. Ruf den Giftnotruf an oder frag deine Tierarztpraxis.

Häufige Fragen

Ist die Alocasia giftig für Katzen?

Die ASPCA führt Alocasia als giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Als Giftstoff nennt sie unlösliche Calciumoxalate, als Anzeichen Reizungen, Schmerzen und Schwellungen in Maul, Zunge und Lippen, starkes Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden. Hat deine Katze daran gekaut, ruf die Tierarztpraxis an.

Ist Alocasia 'Polly' dasselbe wie Alocasia amazonica?

'Polly' ist eine Sorte innerhalb von Alocasia × amazonica. NC State führt diese Kreuzung heute als Alocasia × mortfontanensis, entstanden aus A. longiloba und A. sanderiana. Typisch sind dunkelgrüne Pfeilblätter mit silbrig-weißen Adern, violetter Unterseite und gewelltem Rand.

Warum bekommt meine Alocasia gelbe Blätter?

Laut NC State können zu viel Wasser, zu wenig Wasser und zu wenig Licht gelbe Blätter auslösen. Staunässe führt zudem zu Wurzelfäule und Blattflecken. Prüf zuerst Erde und Standort; als häufigen Schädling nennt NC State Spinnmilben.

Wie unterscheide ich Alocasia und Colocasia?

Am Stielansatz. Bei Colocasia setzt der Stiel laut Wisconsin Horticulture nahe der Blattmitte auf der Unterseite an, bei Alocasia meist am Einschnitt des Blatts; Alocasia-Blätter stehen zudem aufrechter. Weil junge Alocasia-Blätter laut Hortflora auch schildförmig sein können, prüf mehrere ältere Blätter.

Quellen

  1. Alocasia — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
  2. Alocasia x mortfontanensis (Alocasia x amazonica) — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
  3. Alocasia (Elephant's Ear Plant) — HortFlora, Royal Botanic Gardens Victoria
  4. Elephant Ears (Colocasia, Alocasia, and Xanthosoma) — Wisconsin Horticulture, Division of Extension, University of Wisconsin–Madison
  5. Colocasia esculenta — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
  6. Alocasia — ASPCA Animal Poison Control Center
  7. Alocasia macrorrhizos (L.) G.Don — World Flora Online

Aktualisiert am · Geschrieben vom Plant-Identifier-Team · So schreiben wir unsere Ratgeber

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