Neophyt im Porträt
Drüsiges Springkraut erkennen: Merkmale, Verwechslungen, Meldung
Mannshoch in einem Sommer, rosa Helmblüten und Kapseln, die bei Berührung aufspringen: So erkennst du das Drüsige Springkraut am Bachufer und weißt, wo du einen Bestand meldest.

Kurz gesagt
Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) erkennst du an kräftigen, hohlen, oft rötlich überlaufenen Stängeln, die in einem Sommer etwa 2 m hoch werden, an lanzettlichen Blättern mit fein gesägtem Rand und an duftenden Blüten in Rosa bis Purpur, selten Weiß, von Juni bis November. Die länglichen Kapseln springen bei Berührung auf und schleudern die Samen weit.
- Hohler, rötlicher Stängel um 2 m, rosa bis purpurne Blüten und Schleuderkapseln zusammen sprechen für Drüsiges Springkraut.
- Die Pflanze ist einjährig: Laut RHS stirbt sie im Herbst ganz ab, und ihre Wurzeln reichen selten tiefer als 15 cm.
- Laut RHS schleudern die Kapseln Samen bis 7 m weit, und die Samen bleiben zwei Jahre keimfähig.
- Das Drüsige Springkraut steht laut Umweltbundesamt Österreich auf der EU-Unionsliste; wo du Bestände meldest, sagt dir deine Gemeinde.
Bestimmungsmerkmale auf einen Blick
- Wissenschaftlicher Name
- Impatiens glandulifera
- Familie
- Balsaminaceae (Balsaminengewächse)
- Typ
- Unkraut
- Größe
- Etwa 2 m hoch, erreicht in einem einzigen Sommer (RHS).
- Lebensdauer
- Einjährig: keimt im zeitigen Frühling, stirbt im Herbst oder Frühwinter ganz ab.
- Keimblätter
- Breit, fast quadratisch, beinahe so breit wie lang; danach folgen die lanzettlichen Blätter.
- Stängel
- Kräftig, hohl, oft rötlich überlaufen.
- Blätter
- Lanzettlich mit fein gesägtem Rand.
- Blüten
- Duftend, nektarreich, rosa bis purpurn, selten weiß, von Juni bis November.
- Früchte
- Längliche Kapseln mit bis zu 16 runden Samen von etwa 3 mm; springen bei Berührung auf und schleudern die Samen bis 7 m weit.
- Wurzel
- Erstaunlich klein, selten tiefer als 15 cm.
- Standort und Status
- Vor allem Flussufer, Bäche und andere feuchte, halbschattige Stellen (RHS). Laut Umweltbundesamt Österreich auf der EU-Unionsliste.
Das Drüsige Springkraut ist kein heimisches Gewächs; nach Großbritannien kam es laut RHS 1839. Heute bildet es an Bächen und Flüssen dichte, mannshohe Bestände, die im Spätsommer rosa leuchten. Weil es einjährig ist und jedes Jahr neu aus Samen wächst, hängt alles an den Samen: Wer die Pflanze früh erkennt, kann die Ausbreitung bremsen.
Drüsiges Springkraut erkennen in vier Blicken
1. Höhe und Stängel. Laut RHS wird das Drüsige Springkraut in einem einzigen Sommer etwa 2 m hoch. Der Stängel ist kräftig, hohl und oft rötlich überlaufen.
2. Das Blatt. Die Blätter sind lanzettlich und haben einen fein gesägten Rand. Im Frühling erscheinen zuerst breite, fast quadratische Keimblätter, die beinahe so breit wie lang sind.
3. Die Blüte. Von Juni bis November trägt die Pflanze duftende, nektarreiche Blüten in Rosa und Purpur, selten in Weiß. In der Rosa-Phase ist das Springkraut an einem Ufer kaum zu übersehen.
4. Die Kapsel. Nach der Blüte folgen längliche Kapseln mit bis zu 16 runden Samen von etwa 3 mm. Laut RHS lösen sie schon bei leichter Berührung aus und schleudern die Samen bis 7 m weit. Die Samen sind zuerst blassgrün und werden reif dunkelbraun.
Im Herbst oder Frühwinter stirbt die ganze Pflanze ab und hinterlässt strohfarbene Stängel am Boden. Die Wurzel ist im Verhältnis zur Höhe erstaunlich klein und reicht selten tiefer als 15 cm.
Bist du unsicher, fotografiere Blüte, Blatt und Stängel. Plant Identifier bestimmt die Pflanze aus einem Foto; die App zeigt aber keinen Sicherheitswert und keine Liste ähnlicher Arten, prüf das Ergebnis deshalb mit den vier Blicken oben. Wie das Springkraut neben Staudenknöterich, Goldrute und anderen Neophyten aussieht, zeigt der Ratgeber Neophyten erkennen.
Springkraut oder Doppelgänger
| Merkmal | Drüsiges Springkraut | Japanischer Staudenknöterich |
|---|---|---|
| Lebensdauer | einjährig | ausdauernd, Rhizome im Boden |
| Stängel | hohl, oft rötlich | hohl, Knoten wie Bambus, rote Sprenkel |
| Blatt | lanzettlich, fein gesägt | spatenförmig, gerader Grund, Zickzack |
| Blüte | rosa bis purpurn, Juni bis November | cremeweiß, Spätsommer bis Frühherbst |
| Im Winter | strohfarbene Stängel am Boden | braune, hohle Stängel |
Die Angaben stammen von der RHS, für den Knöterich aus deren Seite zum Japanischen Staudenknöterich. Mehr zum Knöterich steht im Porträt Japanischer Staudenknöterich. Weitere Springkraut-Arten haben ebenfalls Schleuderkapseln; bei kleineren Pflanzen oder anderen Blütenfarben lass die Art von einer Fachstelle bestätigen. Rosa blühende Pflanzen grenzt das Werkzeug Blumen bestimmen nach Farbe ein.
Warum es Probleme macht
Laut RHS wächst das Springkraut früh im Jahr so schnell, dass seine dichten, hohen Bestände andere Pflanzen verdrängen und die Artenvielfalt verringern. An Flüssen, Bächen und Gräben halten seine flachen Wurzeln den Boden kaum fest; weil die Pflanze im Herbst abstirbt, kann die Böschung erodieren. Die Blüten sind bei Bienen und Imkern beliebt, aber das wiegt laut RHS die Nachteile nicht auf.
Melden statt selbst bekämpfen
Das Drüsige Springkraut steht laut der Liste des Umweltbundesamts Österreich auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten. Grundlage ist die EU-Verordnung 1143/2014, die laut Umweltbundesamt seit 1. Jänner 2015 in Kraft ist.
Was du tun kannst:
- Fund melden. In Österreich gibt es ein Meldesystem für Arten der Unionsliste. In Deutschland und der Schweiz frag deine Gemeinde oder die untere Naturschutzbehörde, wer bei dir zuständig ist.
- Vor der Samenreife handeln. Laut RHS kommt es darauf an, dass die Pflanzen nicht blühen und keine Samen bilden. Der Kanton Aargau rät, invasive Neophyten im Garten mit der ganzen Wurzel auszureißen oder mindestens Blüten und Früchte rechtzeitig zu entfernen. Bei Herbiziden halte dich an Etikett und örtliche Regeln.
- Richtig entsorgen. Laut Kanton Aargau gehören vermehrungsfähige Teile im Zweifel mit der ganzen Pflanze in gut verschlossenen Säcken in den Kehricht; Grüngut in der Natur zu entsorgen ist dort verboten.
- Keine Samen weitergeben. Die RHS nennt Gärtnerinnen und Gärtner, die Samen weitergeben, weil sie die Pflanze schön finden, als einen Hauptweg der Ausbreitung, dazu Erde mit Samen, die bewegt wird.
Den Fundort kannst du in Plant Identifier auf der Pflanzenkarte festhalten, wenn du der App den Standort erlaubst; das hilft, ihn der Gemeinde genau zu beschreiben. Ein weiterer Neophyt an Ufern ist der Riesenbärenklau; ihn bestimmst du nur mit den Augen.
Ähnliche Arten und wie du sie unterscheidest
Andere Springkraut-Arten (Impatiens)
Es gibt weitere Springkraut-Arten mit Schleuderkapseln. Für das Drüsige Springkraut sprechen alle Merkmale der RHS zusammen: etwa 2 m Höhe, hohler, rötlicher Stängel und große Blüten in Rosa bis Purpur. Kleinere Pflanzen oder andere Blütenfarben lass von einer Fachstelle bestimmen.
Japanischer Staudenknöterich (Reynoutria japonica)
Beide bilden an Ufern mannshohe Bestände mit hohlen, rötlichen Stängeln. Der Staudenknöterich hat laut RHS Knoten wie Bambus, spatenförmige Blätter im Zickzack und cremeweiße Blütenbüschel; das Springkraut hat lanzettliche, fein gesägte Blätter und rosa Blüten. Die alten Knöterich-Stängel bleiben im Winter stehen oder liegen.
Was ein Foto nicht klären kann
- Junge Pflanzen im Frühling haben noch keine Blüten; auf Fotos sind sie schwerer zu bestimmen. Die fast quadratischen Keimblätter helfen, sicher ist erst die Blüte.
- Es gibt mehrere Springkraut-Arten. Bei kleinen Pflanzen oder ungewöhnlichen Blütenfarben lass die Art von einer Fachstelle bestätigen.
- Ob ein Bestand auf deinem Grundstück bekämpft werden muss, entscheidet weder diese Seite noch eine App. Frag deine Gemeinde oder die zuständige Naturschutzbehörde.
Häufige Fragen
Wann blüht das Drüsige Springkraut?
Laut RHS von Juni bis November. Die Blüten duften, sind reich an Nektar und blühen bis weit in den Herbst; deshalb mögen Bienen und Imker die Pflanze. Laut RHS wiegt das ihre Nachteile für heimische Pflanzen und Uferböschungen aber nicht auf.
Warum breitet sich das Springkraut so schnell aus?
Laut RHS bildet eine Pflanze Hunderte Samen, die Kapseln schleudern sie bis 7 m weit, und im Wasser treiben Samen viel weiter. Sie bleiben zwei Jahre keimfähig. Auch Menschen verbreiten es, etwa durch weitergegebene Samen oder bewegte Erde.
Muss ich Drüsiges Springkraut melden?
Es steht laut Umweltbundesamt Österreich auf der EU-Unionsliste. In Österreich kannst du Arten der Unionsliste über das Meldesystem melden. In Deutschland und der Schweiz frag deine Gemeinde oder die untere Naturschutzbehörde, wer bei dir zuständig ist.
Wie entferne ich Springkraut im Garten?
Der Kanton Aargau rät, invasive Neophyten mit der ganzen Wurzel auszureißen, mindestens aber Blüten und Früchte rechtzeitig zu entfernen. Laut RHS ist entscheidend, dass die Pflanzen nicht blühen und Samen bilden. Bei Herbiziden halte dich an Etikett und örtliche Regeln.
Darf Springkraut auf den Kompost?
Der Kanton Aargau rät, vermehrungsfähige Teile wie Samen besonders sorgfältig zu entsorgen und im Zweifel die ganze Pflanze in gut verschlossenen Säcken in den Kehricht zu geben. Welche Tonne die richtige ist, regelt deine Gemeinde.
Quellen
- Himalayan balsam — Royal Horticultural Society (RHS)
- Invasive Neophyten der Unionsliste — Umweltbundesamt Österreich (neobiota-austria.at)
- Meldesystem für die invasiven Arten der Unionsliste — Umweltbundesamt Österreich (neobiota-austria.at)
- Invasive Pflanzen (Neophyten) — Kanton Aargau
- Japanese knotweed — Royal Horticultural Society (RHS)
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