Kletterpflanze im Porträt
Clematis erkennen: Blätter, Blüten, Arten und Verwechslungen
Blattstiele, die sich um Draht und Zweige winden, Blüten ohne echte Kronblätter und silbrig-fedrige Fruchtstände: So erkennst du eine Clematis und ordnest sie einer Gruppe zu.

Kurz gesagt
Clematis, auf Deutsch Waldrebe, erkennst du an drei Merkmalen: Die Pflanze klettert, indem sich ihre Blattstiele um Stützen winden; die Blätter sind meist zusammengesetzt, oft aus drei oder mehr Blättchen; und die Blüten bestehen aus 4 bis 8 farbigen, blütenblattartigen Teilen mit vielen Staubblättern in der Mitte. Nach der Blüte bilden sich Büschel kleiner Früchte mit silbrig-fedrigem Schweif.
- Blattstiele, die sich wie Ranken um Draht oder Zweige wickeln, sprechen für Clematis; Efeu klettert mit Haftwurzeln, Blauregen windet den ganzen Trieb.
- Großblumige Hybriden haben laut NC State Blüten von 10 bis 25 cm, Clematis montana 7,5 bis 10 cm mit Vanilleduft, Clematis armandii weiße Blüten an immergrünem, ledrigem Laub.
- Die Gemeine Waldrebe (Clematis vitalba) ist die wilde Verwandte an Hecken und Waldrändern, mit gefiederten Blättern und auffälligen, fedrigen Fruchtständen.
- Laut ASPCA giftig für Hunde, Katzen und Pferde; laut NC State kann der Pflanzensaft die Haut reizen.
Bestimmungsmerkmale auf einen Blick
- Wissenschaftlicher Name
- Clematis spp.
- Familie
- Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse)
- Typ
- Kletterpflanze, mehrjährig, sommergrün
- Klettern
- Die Blattstiele winden sich um Stützen wie Draht, Gitter oder Zweige. Keine Haftwurzeln, keine Haftscheiben. NC State nennt die Triebe zerbrechlich.
- Blätter
- Meist zusammengesetzt, gefiedert oder aus drei Blättchen, je nach Art gegenständig oder wechselständig; Blättchen herzförmig, eiförmig oder lanzettlich, ganzrandig oder gesägt.
- Blüten
- 4 bis 8 farbige, blütenblattartige Teile (botanisch Kelchblätter) und viele Staubblätter in der Mitte; sternförmig, kreuzförmig, glocken- oder trompetenförmig.
- Farben
- Laut NC State blau, violett, rosa, rot, weiß, gelb oder zweifarbig; bei Hybriden einfach, halbgefüllt oder gefüllt.
- Früchte
- Viele kleine, trockene Nüsschen mit silbrig-fedrigem Schweif, oft wie ein runder Wuschel angeordnet; laut NC State bräunlich bis kupferfarben.
- Blütezeit
- Je nach Art und Sorte: Clematis armandii im Winter bis Frühling, C. montana im späten Frühling, großblumige Hybriden im späten Frühling und oft noch einmal im Spätsommer.
- Größe
- Laut NC State je nach Art und Stütze 0,3 bis 5,5 m lang; C. montana klettert 5 bis 12 m, C. armandii 4,5 bis 9 m hoch.
- Laub im Winter
- Die meisten Gartenclematis werfen die Blätter ab; C. armandii bleibt immergrün mit ledrigen, glänzenden Blättchen.
- Herkunft
- Laut NC State fast 400 Arten in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel; die Gemeine Waldrebe ist laut GBIF in Europa, Nordafrika und Westasien heimisch.
Clematis, auf Deutsch Waldrebe, ist die Kletterpflanze an Rosenbögen, Zäunen und Spalieren mit den großen Sternblüten in Blau, Violett, Rosa oder Weiß. Sie gehört zu den Hahnenfußgewächsen; laut NC State Extension gibt es fast 400 Arten und noch viel mehr Sorten. Bei uns wächst außerdem eine wilde Art, die Gemeine Waldrebe. Prüf drei Dinge in dieser Reihenfolge: wie sie klettert, das Blatt, die Blüte oder Frucht.
Clematis erkennen in drei Schritten
1. Wie sie klettert. Verfolge einen Trieb bis zu einer Stelle, an der er Halt findet. Bei Clematis winden sich die Blattstiele wie kleine Ranken um Draht, Gitter oder Zweige. NC State beschreibt das für Clematis armandii ausdrücklich und nennt die Triebe der Gattung zerbrechlich. Haftwurzeln wie beim Efeu oder einen ganzen Trieb, der sich um die Stütze schlingt, wie beim Blauregen, findest du nicht.
2. Das Blatt. Die Blätter sind meist zusammengesetzt: gefiedert oder aus drei Blättchen. Die Blättchen sind je nach Art herzförmig, eiförmig oder lanzettlich, mal ganzrandig, mal gesägt. Die meisten Gartenclematis werfen ihr Laub im Herbst ab.
3. Blüte und Frucht. Eine Clematisblüte hat keine echten Kronblätter. Was du als Blütenblätter siehst, sind 4 bis 8 farbige Kelchblätter, in der Mitte sitzt ein Büschel aus vielen Staubblättern. Nach der Blüte entstehen laut NC State viele kleine, trockene Früchte mit silbrig-fedrigem Schweif, die zusammen wie ein runder Wuschel aussehen. Spätestens an diesem Fruchtstand ist eine Clematis eindeutig.
Wenn du eine blühende Kletterpflanze nicht einordnen kannst, reicht für Plant Identifier ein Foto mit Blüte und Blatt. Die App nennt eine Art, zeigt aber keine Trefferwahrscheinlichkeit und keine Liste ähnlicher Arten. Prüf deshalb Blattstiel und Blüte selbst. In der Pflanzenkarte der App kannst du dir merken, wo eine bestimmte Clematis wächst.
Die wichtigsten Gruppen im Garten
Großblumige Hybriden. Laut NC State zu Clematis x hybrida stammen sie von großblumigen Clematis aus China ab, die im späten 19. Jahrhundert nach England kamen. Ihre Blüten sind stern- oder schalenförmig, 10 bis 25 cm groß, einfach, halbgefüllt oder gefüllt. Sie blühen im späten Frühling bis Frühsommer und oft noch einmal im Spätsommer. Die Pflanzen werden 1,5 bis 7,5 m hoch und klettern eher schwach.
Clematis montana, Berg-Waldrebe. Laut NC State aus dem Himalaya bis China und Taiwan, eine kräftige, windende Liane von 5 bis 12 m. Ihre sternförmigen Blüten von 7,5 bis 10 cm in Weiß, Rosa oder Violett fallen im späten Frühling in Massen am Trieb herab und duften nach Vanille. Sie blüht am Holz des Vorjahres.
Clematis armandii, immergrüne Clematis. Laut NC State aus Zentral- und Südchina bis Myanmar, 4,5 bis 9 m hoch. Jedes Blatt hat drei ledrige, glänzende Blättchen von 8 bis 15 cm Länge, die herabhängen und bronzefarben austreiben. Im Winter und Frühling erscheinen dichte Rispen duftender, weißer bis zartrosa Blüten von 5 bis 6 cm. Sie ist die einzige der hier genannten Gruppen, die im Winter grün bleibt.
Die wilde Gemeine Waldrebe
Die Gemeine Waldrebe (Clematis vitalba), auch Weiße Waldrebe genannt, ist laut GBIF in Europa, Nordafrika und Westasien heimisch. GBIF nennt als Lebensräume Laubwälder, Hecken, Gehölzstreifen, Küstendünen und Gärten am Ortsrand. Die bei GBIF hinterlegte Schweizer Artbeschreibung (nach Lauber und Mitautoren) nennt verholzte, windende Stängel bis 8 m, unpaarig gefiederte Blätter mit 3 oder 5 lang gestielten, oft grob gezähnten Teilblättern und weiße Blüten in Rispen mit meist 4 filzig behaarten Blütenblättern und vielen Staubblättern. Sie blüht im Juli und August an Waldrändern und in Gebüschen. Die Früchtchen tragen einen langen, abstehend behaarten Griffel, daher die fedrigen Fruchtstände, die im Herbst ganze Hecken überziehen.
| Merkmal | Großblumige Hybride | C. montana | C. armandii | Gemeine Waldrebe |
|---|---|---|---|---|
| Blüte | 10–25 cm, viele Farben | 7,5–10 cm, duftend | 5–6 cm, weiß, duftend | weiß, in Rispen, meist 4 Blütenblätter |
| Blütezeit | später Frühling, oft Nachblüte | später Frühling | Winter bis Frühling | Juli und August |
| Blatt | zusammengesetzt | zusammengesetzt | drei ledrige Blättchen, immergrün | gefiedert, 3 oder 5 Teilblätter |
| Wo | Garten, Kübel | Garten, Pergola | Garten, Mauer | Hecke, Waldrand |
Verwechslungen: Blauregen und Efeu
Der Blauregen ist ebenfalls eine verholzende Kletterpflanze mit gefiederten Blättern. Er windet aber den ganzen Trieb um die Stütze und trägt lange, hängende Trauben aus Schmetterlingsblüten, später samtige Hülsen. Der Efeu klettert mit Haftwurzeln und hat einfache, gelappte Blätter; verwechselt wird er höchstens mit der immergrünen C. armandii, deren Blätter aber dreiteilig sind.
Giftigkeit: was die Quellen sagen
Die ASPCA führt Clematis als giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Als Giftstoff nennt sie das reizende Protoanemonin, als Anzeichen Speicheln, Erbrechen und Durchfall. NC State nennt Blätter und Pflanzensaft als giftige Teile, beschreibt starke Schmerzen und Geschwüre im Mund nach dem Kauen und schreibt, dass der Pflanzensaft bei manchen Menschen Rötung und Brennen der Haut auslöst. Mehr zu Gartenpflanzen mit Risiko für Kinder und Tiere sammelt der Ratgeber Giftige Pflanzen im Garten.
Hat ein Kind oder ein Tier an einer Clematis gekaut, ruf den Giftnotruf an: in Deutschland das Giftinformationszentrum deines Bundeslandes, im Norden etwa GIZ-Nord unter 0551 19240, in Österreich die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43, in der Schweiz Tox Info Suisse unter 145. Bei Tieren ist die Tierarztpraxis die erste Adresse. Die Hinweise im Werkzeug „Toxikologie“ von Plant Identifier schreibt eine KI; sie ersetzen keine Beratung.
Kurz zu Garten und Schnitt
NC State empfiehlt volle Sonne, bei heißen Sommern Nachmittagsschatten, und einen kühlen, gemulchten Wurzelbereich in feuchtem, gut durchlässigem Boden. Der Schnitt richtet sich nach der Blüte: Frühblüher wie C. montana und C. armandii blühen am alten Holz und werden nach der Blüte geschnitten, großblumige Hybriden im Spätwinter leicht, Sommer- und Herbstblüher kräftig. Welche Gruppe du hast, verrät oft die Blütezeit. Werden Blätter oder Triebe plötzlich welk oder fleckig, hilft das Werkzeug „Diagnose“ in Plant Identifier beim Eingrenzen der Ursache.
Ähnliche Arten und wie du sie unterscheidest
Gemeine Waldrebe (Clematis vitalba)
Schau, wo sie wächst und wie die Blüte aussieht: Die wilde Waldrebe rankt laut GBIF an Hecken, Waldrändern und Gehölzen, hat gefiederte Blätter mit 3 oder 5 Teilblättern und im Juli und August weiße Blüten in Rispen statt großer, farbiger Einzelblüten. Im Herbst fällt sie durch dichte, fedrige Fruchtstände auf.
Blauregen, Glyzinie (Wisteria)
Schau auf Blüte und Trieb: Blauregen windet den ganzen Trieb um die Stütze und trägt lange, hängende Trauben aus Schmetterlingsblüten, danach bohnenartige Hülsen. Clematis hält sich mit den Blattstielen fest, hat einzelne, offene Blüten mit vielen Staubblättern und fedrige Fruchtstände.
Efeu (Hedera helix)
Dreh den Trieb um: Efeu klettert mit kurzen Haftwurzeln direkt am Trieb und hat einfache, gelappte, ledrige Blätter. Die immergrüne Clematis armandii hat dagegen dreiteilige Blätter mit langen, schmalen Blättchen und windet sich mit den Blattstielen.
Was ein Foto nicht klären kann
- Die Hunderte Clematis-Sorten lassen sich auf einem Foto nicht sicher bis zur Sorte bestimmen; die Art oder Gruppe gelingt eher.
- Ohne Blüte oder Fruchtstand sieht ein Clematistrieb vielen anderen Kletterpflanzen ähnlich. Fotografiere Blattstiel, Blatt und, wenn möglich, Blüte oder Frucht.
- Ob ein Kind oder ein Tier nach dem Kauen an Clematis behandelt werden muss, entscheidet weder diese Seite noch eine App. Ruf den Giftnotruf an oder frag deine Tierarztpraxis.
Häufige Fragen
Ist Clematis giftig für Hunde und Katzen?
Die ASPCA führt Clematis als giftig für Hunde, Katzen und Pferde; als Giftstoff nennt sie das reizende Protoanemonin, als Anzeichen Speicheln, Erbrechen und Durchfall. NC State nennt Blätter und Pflanzensaft als giftige Teile. Hat dein Tier an einer Clematis gekaut, ruf die Tierarztpraxis an.
Ist die Waldrebe am Waldrand dieselbe Pflanze wie die Clematis im Garten?
Dieselbe Gattung, aber meist eine andere Art. Die Gemeine Waldrebe (Clematis vitalba) wächst laut GBIF wild an Hecken und Waldrändern in Europa. Gartenclematis sind meist großblumige Hybriden oder Arten wie C. montana und C. armandii aus Asien.
Woran erkenne ich, welche Clematis ich habe?
An Blütezeit, Blütengröße und Laub. Laut NC State blüht C. armandii im Winter und Frühling weiß an immergrünem Laub, C. montana im späten Frühling mit duftenden, 7,5 bis 10 cm großen Blüten, großblumige Hybriden mit 10 bis 25 cm großen Blüten. Den Sortennamen verrät meist nur das Etikett.
Kann Clematis die Haut reizen?
Laut NC State kann der Kontakt mit dem Pflanzensaft bei manchen Menschen Rötung und Brennen der Haut auslösen; die Extension empfiehlt Gartenhandschuhe. Bei starken Beschwerden hilft eine Arztpraxis weiter.
Quellen
- Clematis — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
- Clematis x hybrida — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
- Clematis montana — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
- Clematis armandii — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
- Clematis vitalba L. (Beschreibungen und Verbreitung) — Global Biodiversity Information Facility (GBIF)
- Clematis — ASPCA Animal Poison Control
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