Kletterpflanze im Porträt

Efeu erkennen: Blätter, Haftwurzeln, Blüten und Verwechslungen

Immergrüne, glänzende Blätter, kurze Haftwurzeln am Trieb und zwei Blattformen an derselben Pflanze: So erkennst du Efeu und trennst ihn von Wildem Wein und Gundermann.

Gouache-Tafel mit Efeu: ein kletternder Trieb mit Haftwurzeln und dunkelgrünen, drei- bis fünflappigen Blättern mit hellen Adern, dazu ein blühender Altersspross mit ungelappten Blättern und schwarzen Beeren
Illustration (KI-generiert, nur zur Orientierung)

Kurz gesagt

Efeu (Hedera helix) erkennst du an drei Merkmalen: immergrünen, ledrig glänzenden Blättern, die an kletternden und kriechenden Trieben drei- bis fünflappig sind und hell geadert; an kurzen, bräunlichen Haftwurzeln entlang der Triebe, mit denen er an Bäumen und Mauern klettert; und an Altersästen mit ungelappten, eiförmigen bis rautenförmigen Blättern, die im Herbst gelbgrüne Blütendolden und danach blauschwarze Beeren tragen.

  • Gelappte Blätter an kletternden Trieben und ungelappte Blätter an blühenden Ästen gehören zur selben Pflanze: Das ist der Unterschied zwischen Jugend- und Altersform.
  • Haftwurzeln direkt am Trieb sprechen für Efeu, Ranken mit kleinen Haftscheiben für Wilden Wein.
  • Efeu bleibt im Winter grün; Wilder Wein wirft seine Blätter nach roter Herbstfärbung ab.
  • Laut ASPCA giftig für Hunde, Katzen und Pferde; laut NC State kann der Pflanzensaft die Haut reizen.

Bestimmungsmerkmale auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name
Hedera helix
Familie
Araliaceae (Araliengewächse)
Typ
Kletterpflanze, mehrjährig, immergrün
Jugendblätter
An kriechenden und kletternden Trieben: drei- bis fünflappig, handnervig, dunkelgrün, ledrig glänzend, entlang der Hauptadern oft weißlich-grau gezeichnet.
Altersblätter
An blühenden Ästen, die frei abstehen: ungelappt, eiförmig bis rautenförmig, ganzrandig. Laut NC State sind die Blätter typischerweise um 10 cm lang.
Haftwurzeln
Kurze, bräunliche Luftwurzeln entlang des Triebs, mit denen der Efeu an Rinde, Mauern und Zäunen klettert. Keine Ranken, keine Haftscheiben.
Triebe
Rund, grün bis kupferbraun, später verholzt. Am Boden bildet die Jugendform dichte Teppiche, an senkrechten Flächen klettert sie.
Blüten
Nur an der Altersform: kleine, gelbgrüne, fünfzählige Blüten in runden Dolden, laut NC State im Herbst, meist im Frühherbst.
Früchte
Nach der Herbstblüte blauschwarze, beerenartige Steinfrüchte in auffälligen Büscheln, laut NC State giftig.
Laub
Immergrün: Die Blätter bleiben im Winter am Trieb, auch bei Frost.
Größe
Laut NC State als Kletterpflanze 6 bis 24 m hoch und bis 15 m breit; als Bodendecker flach und weit kriechend.
Herkunft
In Europa heimisch, laut NC State von Europa und Skandinavien bis Russland; in Nordamerika eingeführt und dort als invasiv eingestuft.

Efeu ist die immergrüne Kletterpflanze an Hauswänden, Friedhofsmauern und alten Bäumen, und im Topf eine beliebte Hängepflanze. Er gehört zu den Araliengewächsen und ist laut NC State Extension in Europa bis nach Russland heimisch. Das Verwirrende am Efeu: Eine einzige Pflanze trägt zwei ganz verschiedene Blattformen. Prüf drei Dinge in dieser Reihenfolge: Blatt, Haftwurzeln, Wuchsform.

Efeu erkennen in drei Schritten

1. Das Blatt. An Trieben, die am Boden kriechen oder an einer Wand hochklettern, sind die Blätter drei- bis fünflappig, mit handförmig verlaufenden Adern. Sie sind dunkelgrün, ledrig und glänzend, entlang der Hauptadern oft weißlich-grau gezeichnet. Im Winter bleiben sie am Trieb. NC State gibt als typische Länge etwa 10 cm an; an schattigen Bodentrieben sind die Blätter oft kleiner.

2. Die Haftwurzeln. Dreh einen kletternden Trieb um. Auf der Seite, die an Rinde oder Mauer lag, sitzen viele kurze, bräunliche Wurzeln. NC State beschreibt sie als Luftwurzeln, mit denen der Efeu klettert. Ranken, Haftscheiben oder Dornen hat er nicht. Dieses Merkmal trennt ihn am schnellsten vom Wilden Wein.

3. Die Wuchsform. Efeu kriecht als dichter Teppich über den Waldboden und klettert, sobald er eine senkrechte Fläche findet: Bäume, Sträucher, Mauern, Masten. Als Kletterpflanze erreicht er laut NC State 6 bis 24 m Höhe. Oben, wo die Triebe nicht mehr klettern, sondern frei abstehen, verändert er sich, wie der nächste Abschnitt zeigt.

Wenn du an einem Baum eine immergrüne Kletterpflanze nicht einordnen kannst, reicht für Plant Identifier ein Foto mit Blatt und Trieb. Die App nennt eine Art, zeigt aber keine Trefferwahrscheinlichkeit und keine Liste ähnlicher Arten. Prüf deshalb die Haftwurzeln selbst. In der Pflanzenkarte der App kannst du dir merken, an welchem Baum der Efeu blüht.

Jugendform und Altersform

NC State beschreibt zwei Wachstumsstadien. Die Jugendform kriecht und klettert, trägt die gelappten, glänzenden Blätter und die Haftwurzeln und blüht nie. Die Altersform bildet sich an Trieben, die oben an Baum oder Mauer frei in die Luft wachsen: Diese Äste klettern nicht mehr, sind strauchig, tragen ungelappte, eiförmige bis rautenförmige Blätter und blühen. Beide Formen können an derselben Pflanze wachsen. NC State nennt außerdem die Sorte 'Arborescens', einen etwa 1 m hohen Strauch mit ungelappten Blättern.

Die Blüten erscheinen laut NC State im Herbst, meist schon im Frühherbst: kleine, gelbgrüne, fünfzählige Blüten in runden Dolden, nur an der Altersform. Danach bilden sich auffällige Büschel blauschwarzer, beerenartiger Steinfrüchte; einen genauen Reifezeitpunkt nennt NC State nicht. Wer an einem Baum einen Efeu mit schwarzen Beerenbüscheln sieht, steht also vor der Altersform derselben Art, die weiter unten mit gelappten Blättern klettert.

Efeu, Wilder Wein und Gundermann

Drei Pflanzen werden im Garten ständig für Efeu gehalten oder umgekehrt. Die Tabelle fasst die Merkmale nach dem BfR-Giftgarten zur Jungfernrebe und den NC-State-Steckbriefen zu Parthenocissus tricuspidata und Glechoma hederacea zusammen.

Merkmal Efeu Wilder Wein, Jungfernrebe Gundermann
Wie er klettert Haftwurzeln am Trieb Ranken mit Haftscheiben klettert nicht, kriecht
Blatt gelappt, ledrig, glänzend, ganzrandig gefingert aus 5 Blättchen oder dreilappig, gesägt rundlich-herzförmig, gezähnt
Winter immergrün Blätter rot, dann Laubfall immergrün, flach am Boden
Stängel rund, verholzend verholzend vierkantig, krautig
Blüte gelbgrüne Dolden im Herbst unscheinbar, grünlich, im Juni und Juli blauviolette Lippenblüten April bis Juni
Geruch beim Zerreiben – – aromatisch

Der BfR beschreibt die Blätter der Jungfernrebe als meist aus fünf Blättchen zusammengesetzt, 5 bis 12 cm lang, an jungen Trieben manchmal dreispitzig, im Herbst leuchtend rot; die Früchte sind runde, dunkelblaue bis schwarze Beeren von 6 bis 10 mm. Gundermann ist ein Lippenblütler, der als Rasenunkraut bekannt ist; mehr dazu auf der Seite Gundermann erkennen. Die Zimmerpflanze mit ähnlichem Namen, die Efeutute, ist mit Efeu nicht verwandt.

Giftigkeit: was die Quellen sagen

Die ASPCA führt Efeu als giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Als Giftstoffe nennt sie Triterpen-Saponine (Hederagenin), als Anzeichen Erbrechen, Bauchschmerzen, Speicheln und Durchfall, und sie schreibt, dass die Blätter giftiger sind als die Beeren. NC State nennt alle Pflanzenteile und beschreibt, dass der Pflanzensaft bei Kontakt starke Hautreizungen mit Rötung, Juckreiz und Bläschen auslösen kann.

Auf der Liste giftiger Pflanzen des BfR im Bundesanzeiger von 2021 steht Efeu nicht, wohl aber der Wilde Wein (Parthenocissus quinquefolia und P. tricuspidata) mit seinen Früchten in Kategorie 2, mittleres Vergiftungsrisiko für Kleinkinder. Das GIZ-Nord weist darauf hin, dass diese Liste keine Aufstellung aller giftigen Pflanzen ist. Pflanzen, die beim Anfassen Probleme machen, sammelt der Ratgeber Giftige Pflanzen bei Berührung.

Hat ein Kind oder ein Tier Efeublätter oder -beeren gegessen, ruf den Giftnotruf an: in Deutschland das Giftinformationszentrum deines Bundeslandes, im Norden etwa GIZ-Nord unter 0551 19240, in Österreich die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43, in der Schweiz Tox Info Suisse unter 145. Bei Tieren ist die Tierarztpraxis die erste Adresse. Die Hinweise im Werkzeug „Toxikologie“ von Plant Identifier schreibt eine KI; sie ersetzen keine Beratung.

Kurz zu Garten und Topf

Efeu wächst laut NC State in tiefem Schatten ebenso wie in voller Sonne und auf fast jedem Boden. Die Extension beschreibt, dass er an Häusern in Dachrinnen kriecht und lose Fugen und Anstriche beschädigen kann; an Mauern lohnt deshalb ein regelmäßiger Rückschnitt. Als Schädlinge nennt sie Blattläuse, Wollläuse, Spinnmilben und Schildläuse, als Krankheiten Blattflecken und Mehltau. Werden die Blätter einer Topfpflanze braun oder fleckig, hilft das Werkzeug „Diagnose“ in Plant Identifier beim Eingrenzen der Ursache.

Ähnliche Arten und wie du sie unterscheidest

Wilder Wein, Jungfernrebe (Parthenocissus tricuspidata, P. quinquefolia)

Schau, womit sich der Trieb festhält: Wilder Wein klettert mit verzweigten Ranken, an deren Enden kleine Haftscheiben sitzen, Efeu mit Haftwurzeln direkt am Trieb. Wilder Wein wirft im Herbst nach roter Färbung die Blätter ab; P. quinquefolia hat fünfteilige, gefingerte Blätter, P. tricuspidata dreilappige, gesägte Blätter.

Gundermann (Glechoma hederacea)

Roll einen Stängel zwischen den Fingern: Gundermann hat vierkantige Stängel, rundlich-herzförmige, gezähnte Blätter und duftet beim Zerreiben aromatisch. Er bleibt laut NC State unter 30 cm, klettert nicht und blüht von April bis Juni blauviolett. Efeu hat runde, holzige Triebe und glatte, ledrige, gelappte Blätter.

Efeutute (Epipremnum aureum)

Schau auf die Blattform: Die Efeutute ist eine Zimmerpflanze mit ungelappten, herzförmigen Blättern, oft gelb oder weiß marmoriert, und einer Längsrille im Blattstiel. Efeu hat im Topf gelappte, kleinere Blätter mit hellen Adern.

Was ein Foto nicht klären kann

  • Ein einzelnes Altersblatt ohne Trieb sieht kaum nach Efeu aus. Fotografiere den Trieb mit Haftwurzeln oder einen Zweig mit beiden Blattformen.
  • Die vielen Gartensorten von Efeu, gelb, weiß gerandet oder klein- und krausblättrig, lassen sich auf einem Foto nicht sicher bestimmen.
  • Ob ein Kind oder ein Tier nach dem Kauen an Efeu behandelt werden muss, entscheidet weder diese Seite noch eine App. Ruf den Giftnotruf an oder frag deine Tierarztpraxis.

Häufige Fragen

Ist Efeu giftig für Hunde und Katzen?

Die ASPCA führt Hedera helix als giftig für Hunde, Katzen und Pferde; als Giftstoffe nennt sie Triterpen-Saponine (Hederagenin), als Anzeichen Erbrechen, Bauchschmerzen, Speicheln und Durchfall, und sie schreibt, dass die Blätter giftiger sind als die Beeren. Hat dein Tier Efeu gefressen, ruf die Tierarztpraxis an.

Warum hat mein Efeu plötzlich andere Blätter?

Weil er in die Altersform übergeht. Laut NC State bildet Efeu an kletternden Trieben gelappte Jugendblätter; wo er oben an Baum oder Mauer frei abstehende Äste bildet, werden die Blätter ungelappt, eiförmig bis rautenförmig, und erst dort erscheinen Blüten und Beeren. Beide Formen wachsen an derselben Pflanze.

Wie unterscheide ich Efeu und Wilden Wein?

Am Haltepunkt und am Laub. Efeu hält sich mit Haftwurzeln direkt am Trieb und bleibt im Winter grün. Wilder Wein klettert laut NC State und BfR mit Ranken, die Haftscheiben tragen, färbt sich im Herbst rot und wirft die Blätter ab. Seine Blätter sind gefingert oder dreilappig und gesägt.

Kann Efeu die Haut reizen?

Laut NC State kann der Kontakt mit dem Pflanzensaft starke Hautreizungen mit Rötung, Juckreiz und Bläschen auslösen; die Extension nennt Efeu als Ursache von Kontaktdermatitis. Wer Efeu schneidet, trägt deshalb besser Handschuhe und lange Ärmel. Bei starken Beschwerden hilft eine Arztpraxis weiter.

Quellen

  1. Hedera helix — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
  2. English Ivy (Hedera helix) — ASPCA Animal Poison Control
  3. Jungfernrebe (Parthenocissus) — Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR-Giftgarten)
  4. Parthenocissus tricuspidata — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
  5. Glechoma hederacea — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
  6. Bekanntmachung einer Liste besonders giftiger Gartenpflanzen und einheimischer Pflanzen in der freien Natur (BAnz AT 02.07.2021 B4) — Bundesinstitut für Risikobewertung, Bundesanzeiger
  7. Liste giftiger Pflanzenarten — Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord), Universitätsmedizin Göttingen

Aktualisiert am · Geschrieben vom Plant-Identifier-Team · So schreiben wir unsere Ratgeber

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Diese Seite bietet allgemeine Informationen zur Pflanzenbestimmung. Entscheide nie anhand einer Seite oder App, ob eine Pflanze essbar, hautverträglich oder für Kinder und Tiere unbedenklich ist; frage eine Ärztin, einen Tierarzt oder den Giftnotruf.