Rasengras im Porträt
Quecke erkennen: Merkmale und Verwechslungen im Garten
Helle, spitze Rhizome im Boden, schmale Öhrchen am Blattgrund und eine unverzweigte Ähre im Sommer: So erkennst du die Gemeine Quecke und trennst sie von Weidelgras, Hundszahngras und Fingerhirse.

Kurz gesagt
Das Unkraut Quecke erkennst du an drei Merkmalen: Unter der Erde laufen helle, spitze Rhizome in geraden Linien von der Pflanze weg. Am Übergang vom Blatt zur Blattscheide umfassen zwei schmale, weißliche bis violette Öhrchen den Stängel. Im Sommer trägt die Gemeine Quecke (Elymus repens) eine aufrechte, unverzweigte Ähre mit flachen, stiellosen Ährchen, die abwechselnd an der Achse sitzen.
- Grab mit einer Handgabel neben einem Trieb: Helle, spitze Ausläufer im Boden sind das sicherste Zeichen für Quecke.
- Schau dir den Blattgrund an: Quecke hat Öhrchen, die den Stängel umgreifen; Hundszahngras und Fingerhirse haben keine.
- Eine Blütenähre mit einer einzigen Achse spricht für Quecke, mehrere fingerartige Äste für Hundszahngras oder Fingerhirse.
- Die Royal Horticultural Society nennt Quecke auch eine Futterpflanze für Raupen; im Rasen hält regelmäßiges Mähen sie in Schach.
Bestimmungsmerkmale auf einen Blick
- Wissenschaftlicher Name
- Elymus repens
- Familie
- Poaceae (Süßgräser)
- Typ
- Gras, mehrjährig
- Rhizome
- Hell, mit spitzen Enden, ein dichtes Netz unter der Erde; laut RHS wachsen sie in geraden Linien von der Mutterpflanze weg. Laut UC IPM meist in den oberen 15 cm, bis 20 cm tief, seitlich 0,9 bis 1,5 m weit.
- Öhrchen
- Schmal, stängelumfassend, weißlich bis violett überlaufen; das Blatthäutchen ist häutig mit feinem Fransenrand (UC IPM).
- Blätter
- Flach, laut UC IPM 4 bis 30 cm lang und 2 bis 14 mm breit, oft überhängend und zur Spitze hin eingeschnürt; in der Knospe gerollt. Die RHS nennt bis 40 cm lange Blätter.
- Stängel
- Im Querschnitt rund, die Knoten wirken verdickt; die unteren Blätter stecken teils in einer hellen Scheide.
- Blütenstand
- Aufrechte, unverzweigte Ähre, laut UC IPM 5 bis 20 cm lang; flache, stiellose Ährchen sitzen abwechselnd an der Achse. Die Knospen liegen flach an, die Ähre fühlt sich glatt an (RHS).
- Blütezeit
- Laut RHS Spätsommer, mit goldfarbenen Samen im Frühherbst; UC IPM nennt für Kalifornien Mai bis September.
- Höhe
- Laut RHS bis 1 m, laut UC IPM bis knapp 1,2 m; im gemähten Rasen bleibt sie niedrig.
- Standort
- Beete, Rasen, Gemüsegärten, Wegränder, Brachflächen und Äcker; in Großbritannien heimisch (RHS).
- Name
- Gültiger Name laut GBIF Elymus repens (L.) Gould; UC IPM führt sie als Elytrigia repens.
Die Gemeine Quecke ist eines der häufigsten Gräser in Gärten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie ist mehrjährig, wächst durch Rasen und Beete und breitet sich vor allem unter der Erde aus. Weil Gräser ohne Blüte alle ähnlich aussehen, hilft ein Blick auf die Blätter allein wenig. Mit drei Tests bestimmst du sie zuverlässig: Boden, Blattgrund und Ähre.
Quecke erkennen in drei Tests
1. Nachgraben. Stich mit einer Handgabel neben einem Trieb in den Boden und heb die Erde vorsichtig an. Die Royal Horticultural Society beschreibt ein dichtes Netz aus hellen Rhizomen, also unterirdischen Sprossen, mit spitzen Enden. Typisch: Sie laufen in geraden Linien von der Mutterpflanze weg. Laut UC IPM liegen sie meist in den oberen 15 cm, selten tiefer als 20 cm, und breiten sich seitlich 0,9 bis 1,5 m aus.
2. Blattgrund ansehen. Zieh ein Blatt etwas vom Stängel weg und schau mit einer Lupe auf die Stelle, wo die Blattspreite in die Scheide übergeht. Bei der Quecke umfassen dort zwei schmale Öhrchen den Stängel, weißlich bis violett überlaufen. Das Blatthäutchen dahinter ist häutig und fein gefranst. Die Blätter selbst sind flach, laut UC IPM 4 bis 30 cm lang und 2 bis 14 mm breit, hängen oft über und verjüngen sich zur Spitze hin.
3. Ähre prüfen. Im Spätsommer schiebt die Quecke laut RHS aufrechte, unverzweigte Ähren mit winzigen gelbgrünen Blüten; die Knospen liegen flach an, deshalb fühlt sich die Ähre glatt an. UC IPM nennt 5 bis 20 cm lange Ähren mit flachen, stiellosen Ährchen, die abwechselnd an der Achse sitzen. Im Frühherbst folgen goldfarbene Samen, laut RHS etwa 30 pro Halm, von denen ungefähr die Hälfte keimfähig ist.
Bist du unsicher, fotografiere einen Halm mit Ähre und einen ausgegrabenen Trieb samt Rhizom. Plant Identifier bestimmt die Pflanze aus einem Foto; die App zeigt aber keinen Sicherheitswert und keine Liste ähnlicher Arten. Prüf das Ergebnis bei Gräsern deshalb mit Öhrchen- und Grabtest.
Quecke im Beet und im Rasen
Die RHS beschreibt Quecke als Gras, das zwischen und durch Stauden wächst, in Rasen und in Gemüsegärten. Ihre Rhizome treiben schon im zeitigen Frühjahr aus und bilden neue Büschel, sobald sie offenen Boden finden. Kleine Rhizomstücke reichen für eine neue Pflanze; deshalb kommt Quecke oft unbemerkt mit dem Wurzelballen geschenkter Pflanzen oder mit Erde und Kompost in den Garten.
Im Rasen ist sie laut RHS weniger ein Problem: Regelmäßiges Mähen verhindert, dass sie blüht und Samen bildet, und in einem dichten, gesunden Rasen breitet sie sich schlechter aus. Die RHS empfiehlt, einzelne Pflanzen mit der Handgabel samt Rhizomen auszuheben, am besten im September, damit du kahle Stellen gleich nachsäen kannst. Ein selektives Rasenmittel, das Quecke trifft, ohne die Rasengräser zu schädigen, gibt es laut RHS nicht, weil Quecke selbst ein Gras ist.
Im Beet rät die RHS, nicht zu hacken und nicht umzugraben, weil jedes zerhackte Rhizomstück neu austreiben kann. Besser: im zeitigen Frühjahr einen Trieb greifen, mit der Handgabel ringsum lockern und die Rhizome vollständig herausziehen; später im Jahr regelmäßig nachkontrollieren. Für noch nicht bepflanzte Flächen nennt sie das Abdecken: Halme abschneiden, Karton auslegen, darüber etwa 20 cm organisches Material wie Rindenmulch und das für einige Jahre liegen lassen. Rhizome und Samenstände gehören laut RHS nicht auf den Kompost, weil er oft nicht heiß genug wird.
Auf Wegen, Einfahrten und Pflaster ist laut Landwirtschaftskammer NRW Unkrautbekämpfung mit Salz oder Hausmitteln verboten, und dasselbe gilt dort für Herbizide. Willst du anderswo ein Mittel einsetzen, halte dich an Etikett und örtliche Regeln. Welche anderen Pflanzen zwischen Gemüse und Stauden wachsen, zeigt der Ratgeber Unkraut im Beet bestimmen.
Ob du Quecke überall bekämpfen musst, ist eine eigene Frage. Die RHS nennt sie eine Futterpflanze für die Raupen mehrerer Schmetterlinge, darunter Waldbrettspiel und Schornsteinfeger, und rät, sie in Wiesen, artenreichen Rasen und Wildecken stehen zu lassen. Aus Gemüsebeeten, Steingärten, frisch bepflanzten Beeten und neu gesäten Rasen solltest du sie dagegen entfernen.
Quecke, Weidelgras, Hundszahngras oder Fingerhirse
Alle vier wachsen in Gärten und Rasen, und ohne Blüte unterscheidest du sie am Blattgrund und im Boden. Die Tabelle fasst die Steckbriefe von UC IPM für Hundszahngras, Blutrote Fingerhirse und Welsches Weidelgras zusammen.
| Merkmal | Quecke | Weidelgras | Hundszahngras | Fingerhirse |
|---|---|---|---|---|
| Lebensdauer | mehrjährig | einjährig bis kurzlebig mehrjährig (Welsches W.) | mehrjährig | einjährig, Sommergras |
| Ausbreitung | Samen und Rhizome | nur Samen | Samen, oberirdische Ausläufer und Rhizome | nur Samen |
| Öhrchen | schmal, stängelumfassend | gut entwickelt bis 2 mm oder fehlend | keine | keine |
| Blatthäutchen | häutig, fein gefranst | häutig, bis 3 mm | Kranz kurzer weißer Haare | häutig |
| Blütenstand | eine unverzweigte Ähre | eine Ähre, Ährchen begrannt | 3 bis 8 Äste aus einem Punkt | 3 bis 7 fingerartige Äste |
| Blätter | flach, 4 bis 30 cm, gerollt in der Knospe | glänzend, kahl | meist unter 6 cm | behaart, 3 bis 20 cm |
Beim Weidelgras beschreibt die Tabelle das Welsche Weidelgras; das Deutsche Weidelgras (Lolium perenne) hat laut UC IPM schmalere, in der Knospe meist gefaltete Blätter, und beide Arten kreuzen sich. Den häufigsten Fall im Garten klärt meist der Grabtest: Helle, spitze Rhizome im Boden hat von den vier Gräsern vor allem die Quecke; Hundszahngras kriecht zusätzlich sichtbar über den Boden.
Quecke im Überblick
Laut GBIF lautet der gültige Name Elymus repens (L.) Gould, Familie Süßgräser. UC IPM führt dieselbe Art als Elytrigia repens, deshalb begegnen dir in Büchern und Apps beide Namen. Die RHS nennt Quecke in Großbritannien heimisch, an Straßenrändern, auf Brachflächen und Äckern. UC IPM beschreibt sie als Gras feuchter Wiesen und gestörter Standorte, das auf vielen Bodenarten wächst, auch auf Kies, Torf sowie salzigen und kalkreichen Böden.
Quecke ist keine Zimmerpflanze und braucht keine Pflege. Tipps zu Gießen oder Licht helfen bei ihr nicht; wichtig sind Boden, Mähen und wie du mit Erde und Pflanzen aus anderen Gärten umgehst. Welche weiteren Pflanzen im Rasen wachsen und was sie über den Standort verraten, zeigt der Ratgeber Unkraut im Rasen bestimmen. Hast du eine Pflanze gefunden, die sich windend an der Quecke hochrankt, lohnt ein Blick auf die Ackerwinde.
Ähnliche Arten und wie du sie unterscheidest
Weidelgras (Lolium perenne, Lolium multiflorum)
Grab eine Handbreit tief neben dem Horst: Welsches Weidelgras vermehrt sich laut UC IPM nur über Samen, es fehlen also die hellen, spitzen Rhizome der Quecke. Seine Blätter glänzen deutlich. Deutsches Weidelgras, ein häufiges Rasengras, hat laut UC IPM nur 2 bis 5 mm breite, in der Knospe meist gefaltete Blätter; Quecke rollt ihre Blätter.
Hundszahngras (Cynodon dactylon)
Schau auf den Blütenstand und den Blattgrund: Hundszahngras trägt laut UC IPM drei bis acht ährenartige Äste, die alle von einem Punkt ausgehen, und hat ein Blatthäutchen aus kurzen weißen Haaren, aber keine Öhrchen. Seine Blätter sind meist unter 6 cm lang, und es kriecht mit oberirdischen Ausläufern, die an den Knoten wurzeln.
Blutrote Fingerhirse (Digitaria sanguinalis)
Fühl Blatt und Blattscheide: Die Fingerhirse ist laut UC IPM ein einjähriges Sommergras mit langen, steifen Haaren auf Scheide und Blatt, ohne Öhrchen und ohne Rhizome. Ihre Blüten sitzen an drei bis sieben fingerartigen Ästen. Quecke hat eine einzige Ähre, stängelumfassende Öhrchen und Rhizome im Boden.
Was ein Foto nicht klären kann
- Ein Foto von oben zeigt weder die Rhizome im Boden noch die Öhrchen am Blattgrund. Ohne Blütenähre sehen junge Quecke, Weidelgras und Fingerhirse auf einem Bild sehr ähnlich aus; grab nach und schau dir den Blattgrund mit der Lupe an.
- Weidelgras-Arten kreuzen sich laut UC IPM, und manche Mischlinge lassen sich kaum zuordnen. Das klärt im Zweifel nur eine Fachperson mit der Pflanze in der Hand.
- Ob und womit du gegen Quecke vorgehen darfst, sagen dir weder diese Seite noch eine App, sondern Etikett, Gesetz und der Pflanzenschutzdienst deines Landes.
Häufige Fragen
Wie sieht Quecke aus?
Quecke ist ein mehrjähriges Gras mit flachen, oft überhängenden Blättern und runden Stängeln. Am Blattgrund umfassen schmale Öhrchen den Stängel. Im Sommer erscheint eine aufrechte, unverzweigte Ähre. Im Boden liegt ein Netz aus hellen Rhizomen mit spitzen Enden.
Was ist der Unterschied zwischen Quecke und Hundszahngras?
Der Blütenstand: Quecke trägt eine einzige Ähre, Hundszahngras laut UC IPM drei bis acht Äste, die von einem Punkt ausgehen. Hundszahngras hat keine Öhrchen, ein Blatthäutchen aus Haaren und oberirdische Ausläufer, die an den Knoten wurzeln.
Wie tief wachsen die Wurzeln der Quecke?
Nicht sehr tief. Die RHS nennt Quecke nicht tief wurzelnd. Laut UC IPM liegen ihre Rhizome meist in den oberen 15 cm des Bodens, reichen bis etwa 20 cm tief und breiten sich seitlich 0,9 bis 1,5 m aus.
Wie werde ich Quecke im Beet los?
Die RHS rät, nicht zu hacken oder umzugraben, weil jedes Rhizomstück neu austreibt. Stattdessen lockerst du die Pflanzen im zeitigen Frühjahr mit einer Handgabel und ziehst die Rhizome vollständig heraus. Größere Flächen deckst du mit Karton und etwa 20 cm organischem Material für einige Jahre ab.
Darf ich Quecke mit Salz oder Essig bekämpfen?
Auf Wegen, Einfahrten und anderen befestigten Flächen ist das laut Landwirtschaftskammer NRW verboten, ebenso Herbizide. Im Rasen gibt es laut RHS kein selektives Mittel, das Quecke trifft, ohne die Rasengräser zu schädigen. Wenn du ein Mittel einsetzen willst, halte dich an Etikett und örtliche Regeln.
Quellen
- Couch grass — Royal Horticultural Society (RHS)
- Quackgrass (Elytrigia repens) — UC Statewide IPM Program, University of California
- Bermudagrass (Cynodon dactylon) — UC Statewide IPM Program, University of California
- Large Crabgrass (Digitaria sanguinalis) — UC Statewide IPM Program, University of California
- Italian Ryegrass (Lolium multiflorum) — UC Statewide IPM Program, University of California
- Elymus repens (L.) Gould — GBIF Backbone Taxonomy
- Keine Unkrautbekämpfung mit Salz oder Hausmitteln! — Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Pflanzenschutzdienst
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