Zimmerpflanze im Porträt

Bogenhanf erkennen: Blätter, Bänder und der neue Name Dracaena

Steife Schwertblätter direkt aus der Erde, dunkelgrün mit hellen Querbändern, ohne sichtbaren Stamm: So erkennst du den Bogenhanf und trennst ihn von rundblättrigen Verwandten und der Zamioculcas.

Gouache-Tafel mit zwei Bogenhanf-Pflanzen in Terrakottatöpfen: steife aufrechte schwertförmige dunkelgrüne Blätter mit graugrünen Zickzackbändern, links schlicht, rechts die Sorte Laurentii mit gelbem Rand
Illustration (KI-generiert, nur zur Orientierung)

Kurz gesagt

Einen Bogenhanf (Dracaena trifasciata, früher Sansevieria trifasciata) erkennst du an drei Merkmalen: Die Blätter stehen steif und aufrecht als Rosette direkt aus der Erde, ohne sichtbaren Stamm. Sie sind flach, fleischig, schwertförmig und spitz, im Zimmer meist bis 60 cm hoch. Über das dunkle Grün laufen helle, graugrüne Querbänder; manche Sorten haben gelbe Ränder.

  • Der Bogenhanf heißt botanisch heute Dracaena trifasciata; Sansevieria trifasciata ist der alte Name.
  • Flaches Blatt mit Querbändern heißt Dracaena trifasciata, rundes Blatt wie ein Stab heißt Dracaena angolensis (früher Sansevieria cylindrica).
  • Jedes Blatt ist ungeteilt; gefiederte Blätter mit Blättchenpaaren gehören zur Zamioculcas.
  • Laut ASPCA giftig für Hunde und Katzen (Saponine).

Bestimmungsmerkmale auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name
Dracaena trifasciata
Familie
Asparagaceae (Spargelgewächse)
Typ
Zimmerpflanze, mehrjährig, immergrün
Blätter
Steif aufrecht, flach, fleischig, schwertförmig mit scharfer Spitze, ganzrandig und kahl; laut NC State bis etwa 1,2 m lang und 2,5 bis 10 cm breit.
Zeichnung
Dunkelgrün mit hellen, graugrünen Querbändern; manche Sorten mit gelben bis weißen Rändern, andere mit Längsstreifen.
Wuchsform
Rosette direkt aus der Erde, ohne sichtbaren Stamm; die Blätter wachsen aus einem dicken Rhizom und bilden mit der Zeit Horste.
Größe
Im Zimmer meist bis etwa 60 cm, am Naturstandort bis etwa 1,2 m hoch.
Blüte
Kleine, duftende, grünlich-weiße bis cremefarbene Blüten in einer Traube, leicht klebrig; an Zimmerpflanzen selten.
Frucht
Orangefarbene Beeren nach der Blüte; im Zimmer selten zu sehen.
Herkunft
Tropisches West- und Zentralafrika (NC State, Missouri Botanical Garden).
Name
Seit 2017 als Dracaena trifasciata (hort. ex Prain) Mabb. geführt; der alte Name Sansevieria trifasciata stammt von 1903.

Der Bogenhanf, auch Sansevieria oder Schwiegermutterzunge genannt, ist die Zimmerpflanze mit den steifen, gebänderten Blättern, die wie Schwerter aus dem Topf ragen. Er stammt aus dem tropischen West- und Zentralafrika und gehört heute botanisch zur Gattung Dracaena. Prüf drei Dinge in dieser Reihenfolge: Wuchsform, Blattquerschnitt und Zeichnung.

Bogenhanf erkennen in drei Schritten

1. Wuchsform. Laut Missouri Botanical Garden ist der Bogenhanf eine stammlose, immergrüne Staude. Seine Blätter wachsen steif als Rosette aus einem dicken Rhizom; ein Stamm oder Zweige sind nicht zu sehen. Mit der Zeit bilden sich neben der Mutterpflanze neue Rosetten, so dass ein Horst entsteht.

2. Blattquerschnitt. Fass ein Blatt zwischen Daumen und Zeigefinger. Es ist flach, mit Ober- und Unterseite, fleischig und ledrig, schwertförmig und läuft spitz zu. Laut NC State Extension werden die Blätter bis etwa 1,2 m lang; die Breite gibt NC State im Text mit 5 bis 10 cm an, in den Merkmalen mit 2,5 bis 7,5 cm. Im Zimmer bleibt die Pflanze laut Missouri Botanical Garden meist bei etwa 60 cm.

3. Zeichnung. Über das tiefe Grün laufen helle, graugrüne Querbänder, quer zur Blattachse; NC State spricht von abwechselnden Querbändern in verschiedenen Grüntönen. NC State nennt Sorten mit gelben bis weißen Rändern und andere mit Längsstreifen.

Ist dein Fund weder klar flach noch klar rund, oder trägt er keine Bänder, hilft ein Foto der ganzen Pflanze mit Topf. Plant Identifier bestimmt die Pflanze aus einem Foto und zeigt dazu Herkunft und Ansprüche, aber keinen Sicherheitswert und keine Liste ähnlicher Arten; prüf das Ergebnis mit dem Querschnitt-Test. Weitere Zimmerpflanzen grenzt der Schlüssel Zimmerpflanzen bestimmen nach Blattform ein.

Neuer Name: Dracaena statt Sansevieria

Wer „Sansevieria“ auf dem Etikett liest, hat dieselbe Pflanze vor sich. Laut IPNI, dem internationalen Namensindex unter Beteiligung der Royal Botanic Gardens, Kew, wurde die Art 2017 von Mabberley als Dracaena trifasciata neu kombiniert. Der ältere Name Sansevieria trifasciata stammt von 1903. NC State und das Missouri Botanical Garden verwenden beide den neuen Namen, NC State mit dem Hinweis „früher Sansevieria trifasciata“. Genauso heißt die frühere Sansevieria cylindrica heute Dracaena angolensis.

Die Familie wird je nach Quelle unterschiedlich angegeben: NC State und das Missouri Botanical Garden nennen Spargelgewächse (Asparagaceae), IPNI führt die Gattung unter Dracaenaceae, und die ASPCA nennt noch die ältere Einordnung Agavaceae. Für das Erkennen ändert das nichts: Die Pflanze sieht aus wie immer, nur das Etikett ist älter als der Name.

Sorten verändern das Bild stärker als der Name. NC State beschreibt Sorten mit gelben bis weißen Rändern und andere mit Längsstreifen, als Blattfarben nennt NC State Grün, Creme, Gelb und Weiß. Die Querbänder in der Blattmitte und die steife, flache Schwertform bleiben dabei das Kennzeichen der Art.

Bogenhanf, Sansevieria cylindrica oder Zamioculcas

Zwei Pflanzen stehen im Handel oft direkt neben dem Bogenhanf. Die frühere Sansevieria cylindrica heißt heute Dracaena angolensis; laut NC State hat sie fast runde, stachelspitze Blätter von etwa 2,5 cm Durchmesser und bis 2,1 m Länge, graugrün mit Längsstreifen, oft in aufrechten Fächern. Die Zamioculcas hat laut Missouri Botanical Garden gefiederte Blätter mit 6 bis 8 Paaren glänzender Blättchen.

Merkmal Bogenhanf Dracaena angolensis Zamioculcas
Blattquerschnitt flach fast rund, wie ein Stab gefiedertes Blatt mit Blättchen
Zeichnung Querbänder Längsstreifen einfarbig glänzend grün
Anordnung Rosette, aufrecht aufrechte Fächer Blätter einzeln aus dem Rhizom
Familie Spargelgewächse Spargelgewächse Aronstabgewächse

Der schnellste Test ist der Griff ums Blatt: flach heißt Bogenhanf, rund heißt Dracaena angolensis. Siehst du kleine Blättchen links und rechts an einem Stiel, ist es die Zamioculcas. Der Bogenhanf ist kein Kaktus, wird aber oft mit Sukkulenten zusammen verkauft; Hinweise zu dieser Gruppe gibt der Ratgeber Sukkulenten bestimmen.

Giftigkeit: was die Quellen sagen

Die ASPCA führt den Bogenhanf unter dem alten Namen Sansevieria trifasciata als giftig für Hunde und Katzen. Als Giftstoff nennt sie Saponine, als Anzeichen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. NC State stuft die Giftigkeit als gering ein und nennt alle Pflanzenteile.

Die amtliche Liste giftiger Pflanzen im Bundesanzeiger von 2021 erfasst Gartenpflanzen und heimische Wildpflanzen; der Bogenhanf steht als Zimmerpflanze nicht darauf. Das sagt nichts über seine Giftigkeit aus. Weitere Zimmerpflanzen mit Quellenangabe sammelt der Ratgeber Giftige Pflanzen für Katzen.

Hat ein Kind oder ein Tier an einem Bogenhanf gekaut, ruf den Giftnotruf an: in Deutschland das Giftinformationszentrum deines Bundeslandes, im Norden etwa GIZ-Nord unter 0551 19240, in Österreich die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43, in der Schweiz Tox Info Suisse unter 145. Bei Tieren ist die Tierarztpraxis die erste Adresse. Die Hinweise im Werkzeug „Toxikologie“ von Plant Identifier schreibt eine KI; sie ersetzen keine Beratung.

Kurz zur Pflege

Das Missouri Botanical Garden beschreibt den Bogenhanf als anspruchslos: Er mag es warm und hell, verträgt aber auch etwas Schatten, sollte vor heißer Nachmittagssonne geschützt stehen und braucht durchlässige Erde. In der Wachstumszeit wird regelmäßig gegossen, von Herbst bis Spätwinter deutlich weniger, und nie in die Mitte der Rosette. Zu viel Wasser führt laut beiden Quellen oft zu Wurzelfäule. NC State schreibt, dass der Bogenhanf kühle Temperaturen um 10 °C und trockene Luft verträgt, und nennt Wollläuse und Spinnmilben als Schädlinge.

Ähnliche Arten und wie du sie unterscheidest

Zylindrischer Bogenhanf (Dracaena angolensis, früher Sansevieria cylindrica)

Fass ein Blatt rundherum an: Bei Dracaena angolensis ist es fast rund wie ein Stab, etwa 2,5 cm dick, mit Längsstreifen statt Querbändern, und die Blätter stehen oft fächerartig. Der Bogenhanf hat flache Blätter mit Ober- und Unterseite und Querbändern.

Zamioculcas (Zamioculcas zamiifolia)

Zähl die Teile eines Blattes: Bei der Zamioculcas trägt jeder Stiel 6 bis 8 Paare glänzender, elliptischer Blättchen, die Blätter sind gefiedert. Der Bogenhanf hat nur ungeteilte, flache Schwertblätter ohne Blättchen.

Was ein Foto nicht klären kann

  • Viele Sorten des Bogenhanfs unterscheiden sich nur in Randfarbe, Bänderung und Größe. Ein Foto bestätigt die Art, aber nicht sicher die Sorte.
  • Auch verwandte Arten der früheren Gattung Sansevieria tragen gebänderte oder gestreifte Blätter; NC State vergleicht etwa die Zeichnung von Dracaena angolensis mit der des Bogenhanfs. Ob es Dracaena trifasciata oder eine nahe Verwandte ist, lässt sich ohne Etikett nicht immer entscheiden.
  • Ob ein Kind oder ein Tier nach dem Kauen an einem Bogenhanf behandelt werden muss, entscheidet weder diese Seite noch eine App. Ruf den Giftnotruf an oder frag deine Tierarztpraxis.

Häufige Fragen

Ist Bogenhanf dasselbe wie Sansevieria?

Ja. Bogenhanf ist der deutsche Name der Pflanze, die lange Sansevieria trifasciata hieß. Laut IPNI wurde sie 2017 als Dracaena trifasciata in die Gattung Dracaena gestellt; NC State und das Missouri Botanical Garden führen sie heute unter diesem Namen. Im Handel steht oft noch Sansevieria auf dem Etikett.

Ist Bogenhanf giftig für Katzen?

Die ASPCA führt den Bogenhanf, dort noch als Sansevieria trifasciata, als giftig für Hunde und Katzen; als Giftstoff nennt sie Saponine, als Anzeichen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Hat deine Katze an einem Blatt gekaut, ruf die Tierarztpraxis oder den Giftnotruf an.

Wie unterscheide ich Sansevieria trifasciata und Sansevieria cylindrica?

Am Blattquerschnitt. Der Bogenhanf (Dracaena trifasciata) hat flache Schwertblätter mit Querbändern. Die frühere Sansevieria cylindrica, heute Dracaena angolensis, hat laut NC State fast runde, stabförmige Blätter von etwa 2,5 cm Durchmesser mit Längsstreifen, oft fächerartig angeordnet.

Blüht der Bogenhanf?

Selten, und im Zimmer kaum. Laut Missouri Botanical Garden bilden ältere Pflanzen kleine, duftende, grünlich-weiße Blüten, danach orangefarbene Beeren. NC State beschreibt die Blüten als klebrig, in einer Traube, und schreibt, dass sie an Zimmerpflanzen selten erscheinen.

Warum fallen die Blätter meines Bogenhanfs um?

Das Missouri Botanical Garden und NC State nennen zu viel Wasser als häufige Ursache für Wurzelfäule. Gieß im Winter viel weniger und nie in die Mitte der Rosette. Ob bei deiner Pflanze Fäulnis dahintersteckt, zeigt ein Blick auf Wurzeln und Blattbasis.

Quellen

  1. Dracaena trifasciata — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
  2. Dracaena trifasciata (Plant Finder) — Missouri Botanical Garden
  3. Dracaena trifasciata (hort. ex Prain) Mabb. — International Plant Names Index (Royal Botanic Gardens, Kew u. a.)
  4. Dracaena angolensis — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
  5. Zamioculcas zamiifolia (Plant Finder) — Missouri Botanical Garden
  6. Snake Plant (Sansevieria trifasciata) — ASPCA Animal Poison Control
  7. Bekanntmachung einer Liste besonders giftiger Gartenpflanzen und einheimischer Pflanzen in der freien Natur (BAnz AT 02.07.2021 B4) — Bundesinstitut für Risikobewertung, Bundesanzeiger

Aktualisiert am · Geschrieben vom Plant-Identifier-Team · So schreiben wir unsere Ratgeber

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