Zimmerpflanze im Porträt

Weihnachtsstern erkennen: Hochblätter, Blüten und Verwechslungen

Die roten „Blüten“ sind Hochblätter, die echten Blüten sitzen als kleine gelbe Becher in der Mitte, und jeder verletzte Stiel gibt weißen Milchsaft ab: So erkennst du den Weihnachtsstern.

Gouache-Tafel mit einem Weihnachtsstern im Terrakottatopf: leuchtend rote Hochblätter im Stern um einen Büschel winziger gelbgrüner Blütenbecher, darunter grüne ovale, leicht gelappte Blätter
Illustration (KI-generiert, nur zur Orientierung)

Kurz gesagt

Einen Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) erkennst du an drei Merkmalen: farbigen Hochblättern in Rot, Rosa, Weiß oder Lachs, die wie große Blütenblätter einen Stern bilden; kleinen, becherförmigen, gelbgrünen Cyathien mit gelber Drüse in der Mitte, den eigentlichen Blütenständen; und weißem Milchsaft, der aus jedem abgebrochenen Stiel oder Blatt tritt. Die grünen Laubblätter sind eiförmig, 7,5 bis 15 cm lang.

  • Die farbigen „Blütenblätter“ sind Hochblätter (Brakteen); die echten Blüten sind die kleinen gelben Becher in der Mitte.
  • Weißer Milchsaft an einer Bruchstelle passt zur Gattung Euphorbia (Wolfsmilch); Kalanchoe und Alpenveilchen haben keinen.
  • Laut ASPCA giftig für Hunde, Katzen und Pferde (reizender Pflanzensaft); die BfR-Liste im Bundesanzeiger führt die Gattung Euphorbia.

Bestimmungsmerkmale auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name
Euphorbia pulcherrima
Familie
Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse)
Typ
Zimmerpflanze, mehrjährig, halbimmergrün
Hochblätter
Farbige, blattartige Brakteen in einem Stern um die Triebspitze: rot, rosa, weiß, lachs- bis pfirsichfarben oder zweifarbig, je nach Sorte. Sie haben die Form von Laubblättern, nur in Farbe.
Blüten (Cyathien)
In der Mitte des Sterns kleine, becherförmige, gelbgrüne Blütenstände, jeder mit einer großen gelben Drüse am Rand. Laut NC State sind das die eigentlichen Blüten; jedes Becherchen heißt Cyathium.
Laubblätter
Dunkelgrün, eiförmig, wechselständig, laut NC State 7,5 bis 15 cm lang; Rand ganzrandig, gelappt oder stumpf gezähnt, unbehaart.
Milchsaft
Stängel und Blätter geben beim Brechen oder Einreißen weißen Milchsaft ab. Das ist das Merkmal der Gattung Euphorbia.
Stängel
Grün, aufrecht, mehrtriebig und laut NC State sehr brüchig; ältere Pflanzen verholzen am Grund.
Größe
Im Topf laut NC State selten über 60 bis 90 cm. Am Naturstandort ein Strauch oder kleiner Baum bis etwa 3 m hoch.
Blütezeit
Im Handel im Winter gefärbt; die Pflanze reagiert auf kurze Tage. NC State nennt Winter bis Frühjahr als Blütezeit.
Herkunft
Mexiko und Guatemala, laut NC State an Küsten und in trockenen tropischen Wäldern.

Der Weihnachtsstern ist die Topfpflanze mit dem roten Stern, die im Winter in fast jedem Supermarkt steht. Er gehört zu den Wolfsmilchgewächsen und stammt laut NC State Extension aus Mexiko und Guatemala. Was die meisten für Blüten halten, sind gefärbte Blätter. Prüf drei Dinge in dieser Reihenfolge: den Stern, die Mitte des Sterns und den Saft.

Weihnachtsstern erkennen in drei Schritten

1. Der Stern aus Hochblättern. Die großen farbigen Blätter an der Triebspitze sind Hochblätter, auch Brakteen genannt. Sie haben die Form der grünen Laubblätter darunter, nur sind sie rot, rosa, weiß, lachs- bis pfirsichfarben oder zweifarbig. NC State nennt außerdem Sorten mit gesprenkelten, marmorierten oder kleinen, runden Hochblättern. Unter dem Stern sitzen dunkelgrüne, eiförmige Laubblätter von 7,5 bis 15 cm, wechselständig, mit glattem, gelapptem oder stumpf gezähntem Rand.

2. Die Mitte des Sterns. Schau genau in die Mitte. Dort sitzen kleine, becherförmige, gelbgrüne Gebilde, jedes mit einer großen gelben Drüse am Rand. NC State beschreibt sie als die eigentlichen „Blüten“; botanisch ist jedes Becherchen ein Cyathium, ein Blütenstand aus stark vereinfachten Einzelblüten, wie er für die ganze Gattung Euphorbia typisch ist. Fallen die Cyathien ab oder vertrocknen sie, bleiben die Hochblätter oft noch wochenlang farbig.

3. Der Milchsaft. Bricht ein Blatt oder ein Stängel, tritt sofort weißer Milchsaft aus. NC State schreibt, dass Stängel und Blätter beim Einreißen milchigen Saft abgeben und dass die Stängel sehr brüchig sind. Den Test musst du nicht an der Pflanze erzwingen: Oft reicht ein Blick auf eine schon abgebrochene Stelle oder einen frischen Schnitt beim Kauf.

Wenn du nur ein Foto machen willst, nimm Plant Identifier und fotografiere den Stern mit der Mitte und ein paar grüne Blätter darunter. Die App nennt eine Art, zeigt aber keine Trefferwahrscheinlichkeit und keine Liste ähnlicher Arten; prüf das Ergebnis deshalb an den Cyathien. Für andere Topfpflanzen grenzt der Schlüssel Zimmerpflanzen bestimmen die Möglichkeiten nach Blattform ein.

Hochblätter und Cyathien: warum die Pflanze im Winter färbt

Der Weihnachtsstern ist eine Kurztagspflanze. Er bildet Cyathien und färbt seine Hochblätter erst, wenn die Nächte lang genug sind. NC State beschreibt, dass eine Pflanze, die im nächsten Winter wieder farbig sein soll, ab Ende September täglich etwa 16 Stunden ununterbrochene Dunkelheit und 8 Stunden helles Licht braucht, bei Nachttemperaturen um 16 °C. Darum färben Gärtnereien die Pflanzen gezielt für die Wochen vor Weihnachten, und darum bleibt ein Exemplar im hell beleuchteten Wohnzimmer im zweiten Jahr oft grün.

Ein grüner Weihnachtsstern ist trotzdem erkennbar. Achte auf die eiförmigen, teils gelappten Laubblätter an brüchigen grünen Stängeln und auf den Milchsaft. Am Naturstandort ist die Art laut NC State ein Strauch oder kleiner Baum von bis zu etwa 3 m Höhe, der im Winter einen Teil seiner Blätter abwirft; im Topf bleibt er meist unter 60 bis 90 cm.

Weihnachtsstern, Kalanchoe und Alpenveilchen in der Adventszeit

Im Winter stehen drei Topfpflanzen mit roten oder rosa Farben oft nebeneinander im Regal. Die Tabelle fasst die Merkmale nach den NC-State-Steckbriefen zum Weihnachtsstern, zum Flammenden Käthchen und zum Alpenveilchen zusammen.

Merkmal Weihnachtsstern Flammendes Käthchen Alpenveilchen
Was ist farbig Hochblätter, keine Blüten echte Blüten, vier Kronblätter, in Dolden echte Einzelblüten, Blütenblätter zurückgeschlagen
Blätter eiförmig, dünn, wechselständig dick, fleischig, gegenständig, Rand gekerbt herzförmig, silbrig marmoriert, aus der Knolle
Wuchs verzweigter, beblätterter Stängel kompakt, aufrecht, dicke Stängel flache Rosette auf einer Knolle
Saft weißer Milchsaft kein Milchsaft kein Milchsaft

Der schnellste Test ist die Mitte des Sterns: Kleine gelbe Becher mit Drüse sprechen für den Weihnachtsstern. Wie du ein Alpenveilchen an Knolle und Blüte erkennst, steht auf der Seite Alpenveilchen erkennen.

Giftigkeit: was die Quellen sagen

Die ASPCA führt den Weihnachtsstern als giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Als Giftstoff nennt sie den reizenden Pflanzensaft, als Anzeichen Reizungen von Maul und Magen, manchmal Erbrechen. NC State schreibt, dass der weiße Saft bei Menschen mit Latexallergie Reaktionen auslösen kann; beim Schneiden rät die Extension zu Handschuhen und dazu, den Saft von den Augen fernzuhalten.

Die amtliche Liste giftiger Pflanzen des BfR im Bundesanzeiger von 2021 führt die Gattung Euphorbia in Kategorie 2 (mittleres Vergiftungsrisiko für Kleinkinder) und nennt alle Pflanzenteile, insbesondere den Milchsaft. Als Beispiele zählt sie Arten wie Zypressen-Wolfsmilch und Christusdorn auf; den Weihnachtsstern nennt sie nicht eigens. Das GIZ-Nord weist darauf hin, dass diese Liste keine Aufstellung aller giftigen Pflanzen ist. Mehr Zimmerpflanzen mit Quellenangabe findest du im Ratgeber Giftige Pflanzen für Katzen.

Hat ein Kind oder ein Tier an einem Weihnachtsstern gekaut, ruf den Giftnotruf an: in Deutschland das Giftinformationszentrum deines Bundeslandes, im Norden etwa GIZ-Nord unter 0551 19240, in Österreich die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43, in der Schweiz Tox Info Suisse unter 145. Bei Tieren ist die Tierarztpraxis die erste Adresse. Die Hinweise im Werkzeug „Toxikologie“ von Plant Identifier schreibt eine KI; sie ersetzen keine Beratung.

Kurz zur Pflege

NC State empfiehlt einen hellen Platz ohne pralle Mittagssonne, 18 bis 21 °C und Abstand zu Heizkörpern, Kaminen und kalter Zugluft. Gegossen wird, wenn sich die Erdoberfläche trocken anfühlt; zu viel Wasser führt laut NC State zu Wurzel- und Stängelfäule. Als Schädlinge nennt die Extension Wollläuse, Spinnmilben, Schildläuse und Weiße Fliegen. Fallen viele Blätter auf einmal ab oder werden sie gelb, hilft das Werkzeug „Diagnose“ in Plant Identifier beim Eingrenzen der Ursache.

Ähnliche Arten und wie du sie unterscheidest

Flammendes Käthchen (Kalanchoe blossfeldiana)

Drück ein Blatt zwischen zwei Fingern: Kalanchoe-Blätter sind dick, fleischig, glänzend, gegenständig und am Rand gekerbt. Die Blüten sind echte kleine Blüten mit vier Kronblättern in dichten Dolden, keine farbigen Hochblätter. Weißer Milchsaft fehlt.

Alpenveilchen (Cyclamen persicum)

Schau, wo Blätter und Blüten entspringen: Beim Alpenveilchen kommen alle Stiele einzeln aus einer Knolle an der Erdoberfläche. Die Blätter sind herzförmig und silbrig marmoriert, jede Blüte steht allein mit zurückgeschlagenen Blütenblättern. Der Weihnachtsstern hat einen verzweigten, beblätterten Stängel.

Weihnachtskaktus (Schlumbergera)

Schau auf die Triebe: Der Weihnachtskaktus hat keine Blätter, sondern flache, grüne Glieder, die wie eine Kette aneinanderhängen; die röhrenförmigen Blüten sitzen an den Gliedenden. Kein Milchsaft, keine Hochblätter.

Was ein Foto nicht klären kann

  • Ob ein farbiger Stern ein Weihnachtsstern oder eine andere Wolfsmilch ist, zeigt ein Foto der Mitte mit den gelben Cyathien besser als ein Foto der Hochblätter allein.
  • Die Sorte lässt sich auf einem Foto kaum bestimmen: Viele Sorten unterscheiden sich nur in Farbton, Sprenkelung und Wuchshöhe.
  • Ob ein Kind oder ein Tier nach dem Kauen an einem Weihnachtsstern behandelt werden muss, entscheidet weder diese Seite noch eine App. Ruf den Giftnotruf an oder frag deine Tierarztpraxis.

Häufige Fragen

Ist der Weihnachtsstern giftig für Katzen?

Die ASPCA führt Euphorbia pulcherrima als giftig für Hunde, Katzen und Pferde; als Giftstoff nennt sie den reizenden Pflanzensaft, als Anzeichen Reizung von Maul und Magen, manchmal Erbrechen. Hat deine Katze am Weihnachtsstern gekaut, ruf die Tierarztpraxis an.

Was ist die eigentliche Blüte beim Weihnachtsstern?

Die kleinen gelbgrünen Becher in der Mitte des farbigen Sterns. Laut NC State heißt jeder dieser Blütenstände Cyathium und trägt am Rand eine große gelbe Drüse. Die roten, rosa oder weißen „Blütenblätter“ darum herum sind Hochblätter.

Warum wird mein Weihnachtsstern nicht wieder rot?

Die Färbung der Hochblätter hängt von der Tageslänge ab. NC State beschreibt, dass die Pflanze ab Ende September täglich etwa 16 Stunden ununterbrochene Dunkelheit und 8 Stunden helles Licht braucht, damit sich die Hochblätter wieder färben. Schon Lampenlicht am Abend kann das stören.

Ist der Milchsaft des Weihnachtssterns gefährlich?

Laut NC State kann der weiße Saft bei Menschen mit Latexallergie Reaktionen auslösen; die Extension rät, beim Schneiden Handschuhe zu tragen und den Saft von den Augen fernzuhalten. Die BfR-Liste im Bundesanzeiger nennt bei Euphorbia-Arten den Milchsaft als besonders giftigen Pflanzenteil.

Quellen

  1. Euphorbia pulcherrima — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
  2. Poinsettia (Euphorbia pulcherrima) — ASPCA Animal Poison Control
  3. Bekanntmachung einer Liste besonders giftiger Gartenpflanzen und einheimischer Pflanzen in der freien Natur (BAnz AT 02.07.2021 B4) — Bundesinstitut für Risikobewertung, Bundesanzeiger
  4. Liste giftiger Pflanzenarten — Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord), Universitätsmedizin Göttingen
  5. Kalanchoe blossfeldiana — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
  6. Cyclamen persicum — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University

Aktualisiert am · Geschrieben vom Plant-Identifier-Team · So schreiben wir unsere Ratgeber

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