Zimmerpflanze im Porträt

Alpenveilchen erkennen: Knolle, Blüten und wilde Verwandte

Alle Stiele wachsen einzeln aus einer Knolle, die Blütenblätter sind nach oben zurückgeschlagen und die Herzblätter silbrig gezeichnet: So erkennst du das Alpenveilchen im Topf und seine wilden Verwandten im Wald.

Gouache-Tafel mit einem Zimmer-Alpenveilchen im Terrakottatopf: herzförmige silbrig marmorierte Blätter an roten Stielen, nickende rosa Blüten, davor ein Efeublättriges Alpenveilchen mit marmorierten Blättern
Illustration (KI-generiert, nur zur Orientierung)

Kurz gesagt

Ein Alpenveilchen (Cyclamen persicum) erkennst du an drei Merkmalen: Alle Blatt- und Blütenstiele wachsen einzeln aus einer flachen, braunen Knolle an der Erdoberfläche; jede Blüte hängt nickend an einem eigenen Stiel, ihre fünf Blütenblätter sind steil nach oben zurückgeschlagen und oft gedreht; die Blätter sind herzförmig, am Rand gezähnt und meist silbrig marmoriert, unten heller oder purpurn.

  • Schau auf die Erde: Beim Alpenveilchen kommt jeder Stiel einzeln aus einer Knolle, es gibt keinen beblätterten Stängel.
  • Zurückgeschlagene, nach oben gedrehte Blütenblätter wie ein Federball sind das Kennzeichen der ganzen Gattung Cyclamen.
  • Das Europäische Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) wächst wild in den Alpen, blüht im Sommer bis Herbst und hat kleinere Blätter und Blüten.
  • Laut ASPCA giftig für Hunde, Katzen und Pferde, besonders die Knolle.

Bestimmungsmerkmale auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name
Cyclamen persicum
Familie
Primulaceae (Primelgewächse)
Typ
Zimmerpflanze, mehrjährig
Knolle
Flach gedrückte, braune Knolle, im Alter rau, an der Erdoberfläche oder halb darüber; laut Cyclamen Society bis 15 cm Durchmesser, die Wurzeln wachsen aus der Unterseite.
Stiele
Jedes Blatt und jede Blüte steht einzeln auf einem eigenen Stiel direkt aus der Knolle; kein Stängel, keine Verzweigung.
Blätter
Herzförmig bis breit eiförmig, fleischig, am Rand gezähnt; dunkelgrün mit silbriger Marmorierung, die Unterseite blass oder purpurgrün. Laut NC State 2,5 bis 14 cm lang, laut Cyclamen Society bei der Wildart 2 bis 19 cm.
Blüte
Einzeln, nickend, mit fünf nach oben zurückgeschlagenen, oft gedrehten Blütenblättern, am Grund verwachsen; um die Öffnung oft ein dunklerer Ring. Weiß, rosa, rot, magenta oder lila.
Duft
Die Wildart duftet laut NC State und Cyclamen Society stark; viele Topfsorten duften kaum oder gar nicht.
Größe
Im Topf laut NC State etwa 15 bis 23 cm hoch, ein flacher Horst.
Blütezeit und Ruhe
Blüht vom Frühwinter bis ins Frühjahr; im Sommer zieht die Pflanze ein, die Blätter werden gelb und fallen ab, die Knolle ruht.
Frucht
Fünfkammerige Kapsel mit 5 bis 40 klebrigen Samen; der Fruchtstiel biegt sich laut Cyclamen Society zum Boden, statt sich einzurollen.
Herkunft
Die Wildart wächst laut NC State von Algerien bis ins östliche Mittelmeergebiet, in Kiefernwäldern, Eichengebüsch und an Felshängen.

Das Alpenveilchen im Topf ist eine Mittelmeerpflanze: Cyclamen persicum stammt laut NC State Extension aus dem Raum von Algerien bis ins östliche Mittelmeergebiet und ist weder mit Veilchen verwandt noch aus den Alpen. Den Namen teilt es mit einer echten Alpenpflanze, dem Europäischen Alpenveilchen. Prüf drei Dinge in dieser Reihenfolge: Knolle, Blüte, Blatt.

Alpenveilchen erkennen in drei Schritten

1. Die Knolle. Schieb die Blätter beiseite und schau auf die Erde. Beim Alpenveilchen sitzt dort eine flache, braune Knolle, oft halb über der Erde. Jedes Blatt und jede Blüte wächst auf einem eigenen Stiel direkt aus ihr. NC State schreibt, dass der Blütenstiel direkt aus der Knolle kommt; die Cyclamen Society beschreibt die Knolle als flach gedrückte Kugel, im Alter rau und bis 15 cm breit, mit Wurzeln an der Unterseite. Einen Stängel mit Blättern daran gibt es nicht.

2. Die Blüte. Jede Blüte hängt nickend am Ende ihres Stiels. Ihre fünf Blütenblätter sind am Grund verwachsen und steil nach oben zurückgeschlagen, so dass die Blüte wie ein Federball oder ein kleiner Schmetterling aussieht. Die Cyclamen Society nennt für die Wildart 20 bis 45 mm lange, spitze Blütenblätter, die stark gedreht sind, manchmal um mehr als eine volle Umdrehung, und einen dunkleren Ring um die Öffnung. Topfsorten gibt es in Weiß, Rosa, Rot, Magenta und Lila, die Cyclamen Society zeigt auch gefüllte Formen.

3. Das Blatt. Die Blätter sind herzförmig bis breit eiförmig, fleischig und am Rand gezähnt. Oben sind sie dunkelgrün mit einer silbrigen Zeichnung, die von feiner Marmorierung bis zu einer ganz silbernen Fläche reicht, unten blass oder purpurgrün. NC State gibt 2,5 bis 14 cm Länge an, die Cyclamen Society für die Wildart 2 bis 19 cm.

Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, hilft ein Foto mit Plant Identifier, am besten schräg von der Seite mit Knolle, Blüte und Blatt im Bild. Die App nennt eine Art, zeigt aber keine Trefferwahrscheinlichkeit und keine Liste ähnlicher Arten; bei Gartenformen lohnt der Blick aufs Etikett. Andere Topfpflanzen grenzt der Schlüssel Zimmerpflanzen bestimmen nach Blattform ein.

Topf-Alpenveilchen und wildes Alpenveilchen

Die Gattung Cyclamen umfasst laut NC State 23 Arten, alle aus Knollen wachsend, mit herz-, nieren- oder kreisförmigen Blättern und Blüten, die an einen Schmetterling erinnern. Drei begegnen dir in Mitteleuropa am häufigsten.

Merkmal Topf-Alpenveilchen Europäisches Alpenveilchen Efeublättriges Alpenveilchen
Wissenschaftlicher Name Cyclamen persicum Cyclamen purpurascens Cyclamen hederifolium
Wo Topf, Zimmer, frostempfindlich wild in Alpenwäldern, auch Garten Garten, winterhart
Blütezeit Frühwinter bis Frühjahr Juni bis Oktober Spätsommer bis Herbst
Blütenblätter 20 bis 45 mm, stark gedreht 15 bis 25 mm, etwa eine Vierteldrehung rosa mit dunklem Auge
Blätter herzförmig, gezähnt, 2 bis 19 cm rund bis breit oval, 3 bis 8 cm efeuartig, silbrig gezeichnet
Fruchtstiel biegt sich zum Boden – rollt sich spiralig ein

Die Angaben stammen aus den Steckbriefen der Cyclamen Society zu Cyclamen purpurascens und Cyclamen persicum sowie aus dem NC-State-Steckbrief zu Cyclamen hederifolium.

Das Europäische Alpenveilchen wächst laut Cyclamen Society über weite Teile der Alpen bis auf den Balkan, unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es steht in Laub- und Mischwäldern unter dicker Laubstreu auf Kalk, aber auch in Geröll und lichtem Rasen bis etwa 1500 m. Seine Blätter erscheinen im Spätsommer, teils noch neben den alten, rund bis breit oval, von einfarbig dunkelgrün bis ganz silbern, unten purpurn. Die rosa bis purpurnen Blüten duften stark. Wenn du im Sommer in einem Bergwald ein duftendes, kleines Alpenveilchen siehst, ist es wahrscheinlich diese Art, nicht ein ausgewildertes Topf-Alpenveilchen, denn Cyclamen persicum verträgt keinen Frost.

Giftigkeit: was die Quellen sagen

Die ASPCA führt die Gattung Cyclamen als giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Als Giftstoffe nennt sie Terpenoid-Saponine, als Anzeichen Speicheln, Erbrechen und Durchfall; nach größeren Mengen der Knolle Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und Todesfälle. NC State nennt die Knolle als giftigsten Teil und schreibt, dass der Umgang mit der Pflanze die Haut reizen kann. Weitere Zimmerpflanzen mit Quellenangabe findest du in den Ratgebern Giftige Pflanzen für Katzen und Giftige Pflanzen für Hunde.

Hat ein Kind oder ein Tier an einem Alpenveilchen gekaut, vor allem an der Knolle, ruf den Giftnotruf an: in Deutschland das Giftinformationszentrum deines Bundeslandes, im Norden etwa GIZ-Nord unter 0551 19240, in Österreich die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43, in der Schweiz Tox Info Suisse unter 145. Bei Tieren ist die Tierarztpraxis die erste Adresse. Die Hinweise im Werkzeug „Toxikologie“ von Plant Identifier schreibt eine KI; sie ersetzen keine Beratung.

Kurz zur Pflege

NC State empfiehlt helles, indirektes Licht, kühle Temperaturen um 18 °C und mäßige Luftfeuchte. Gegossen wird vom Topfrand oder von unten, nie auf die Knolle, denn Wasser auf der Knolle führt zu Fäulnis; erst gießen, wenn sich die Erde trocken anfühlt. Verblühte Blüten entfernst du mitsamt Stiel. Im Sommer, wenn die Blätter gelb werden, gießt du weniger; im Herbst treibt die Knolle neu aus. Werden Blätter mitten in der Blütezeit gelb oder fleckig, hilft das Werkzeug „Diagnose“ in Plant Identifier beim Eingrenzen der Ursache.

Ähnliche Arten und wie du sie unterscheidest

Europäisches Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens)

Achte auf Blütezeit, Größe und Standort: Laut Cyclamen Society blüht es wild von Juni bis Oktober in Rosa bis Purpur, mit 15 bis 25 mm langen Blütenblättern und runden Blättern von 3 bis 8 cm. Es wächst in Wäldern auf Kalk in den Alpen, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Topf-Alpenveilchen blüht im Winter mit Blütenblättern bis 45 mm.

Efeublättriges Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium)

Schau auf die Blattform und den Fruchtstiel: Die Blätter erinnern laut NC State an Efeu, oft eckig gelappt und silbrig gezeichnet, die rosa Blüten mit dunklem Auge erscheinen im Spätsommer und Herbst. Nach der Bestäubung rollt sich der Stiel spiralig zum Boden. Beim Topf-Alpenveilchen biegt er sich nur.

Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)

Schau, ob es einen Stängel gibt: Der Weihnachtsstern hat einen verzweigten, beblätterten Stängel mit weißem Milchsaft, und das Farbige sind Hochblätter um kleine gelbe Becherblüten. Das Alpenveilchen hat keinen Stängel und echte Einzelblüten auf eigenen Stielen.

Was ein Foto nicht klären kann

  • Ein Foto von oben zeigt die Knolle nicht. Fotografiere die Pflanze schräg von der Seite, damit Knolle, Stiele und die zurückgeschlagenen Blütenblätter zu sehen sind.
  • Wildarten und Gartenarten der Gattung Cyclamen ähneln sich stark; die Art lässt sich auf einem Foto nicht immer sicher bestimmen. Bei wilden Pflanzen in den Alpen hilft eine regionale Flora oder eine Bestimmung vor Ort.
  • Ob ein Kind oder ein Tier nach dem Kauen an einem Alpenveilchen behandelt werden muss, entscheidet weder diese Seite noch eine App. Ruf den Giftnotruf an oder frag deine Tierarztpraxis.

Häufige Fragen

Ist das Alpenveilchen giftig für Katzen?

Die ASPCA führt die Gattung Cyclamen als giftig für Hunde, Katzen und Pferde; als Giftstoffe nennt sie Terpenoid-Saponine, als Anzeichen Speicheln, Erbrechen und Durchfall, nach größeren Mengen der Knolle auch Herzrhythmusstörungen. Hat deine Katze daran gekaut, ruf sofort die Tierarztpraxis an.

Ist das Alpenveilchen winterhart?

Das Topf-Alpenveilchen (Cyclamen persicum) nicht: NC State nennt es frostempfindlich. Winterhart sind andere Arten der Gattung; NC State nennt Cyclamen hederifolium, Cyclamen coum und Cyclamen cilicium. Was als Garten- oder Friedhofs-Alpenveilchen verkauft wird, ist oft eine dieser Arten oder eine Züchtung, das steht auf dem Etikett.

Warum wird mein Alpenveilchen im Sommer gelb?

Oft ist das die natürliche Sommerruhe. Laut NC State zieht Cyclamen persicum im Sommer ein, die Blätter werden gelb und fallen ab, und im Herbst treibt die Knolle neu aus. Werden die Blätter mitten in der Blütezeit gelb und weich, kann zu viel Wasser auf der Knolle die Ursache sein.

Wächst das Alpenveilchen auch wild in Deutschland?

Nicht das Topf-Alpenveilchen, aber eine Verwandte: Laut Cyclamen Society wächst Cyclamen purpurascens über weite Teile der Alpen, unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz, in Laub- und Mischwäldern auf Kalk bis etwa 1500 m. Es blüht von Juni bis Oktober und duftet stark.

Quellen

  1. Cyclamen persicum — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
  2. Cyclamen (Gattung) — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
  3. Cyclamen persicum — The Cyclamen Society
  4. Cyclamen purpurascens — The Cyclamen Society
  5. Cyclamen hederifolium — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
  6. Cyclamen (Cyclamen spp) — ASPCA Animal Poison Control

Aktualisiert am · Geschrieben vom Plant-Identifier-Team · So schreiben wir unsere Ratgeber

Veröffentlicht am

Diese Seite bietet allgemeine Informationen zur Pflanzenbestimmung. Entscheide nie anhand einer Seite oder App, ob eine Pflanze essbar, hautverträglich oder für Kinder und Tiere unbedenklich ist; frage eine Ärztin, einen Tierarzt oder den Giftnotruf.