Giftpflanze im Porträt
Maiglöckchen erkennen: Blätter, Blüten, Beeren und Giftigkeit
Meist zwei parallelnervige Blätter, die einen Stiel am Boden umfassen, weiße nickende Glocken an einer einseitigen Traube und rote Beeren ab Juli: So erkennst du das Maiglöckchen, eine laut BfR giftige Pflanze.

Kurz gesagt
Ein Maiglöckchen (Convallaria majalis) erkennst du an meist zwei elliptischen, ganzrandigen, parallelnervigen Blättern, deren Stiele am Boden einen gemeinsamen Schaft umhüllen; an einer einseitigen Traube aus 6 bis 16 weißen, nickenden, duftenden Glöckchen im Mai und Juni; und an roten Beeren ab Juli. Die Pflanze wird bis etwa 20 bis 25 cm hoch. Laut BfR sind alle Teile giftig.
- Das Maiglöckchen ist laut BfR in allen Teilen giftig, besonders Blüten, Beeren und Blätter; die BfR-Liste im Bundesanzeiger führt es in Kategorie 2.
- Laut BfR wird Bärlauch regelmäßig mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose verwechselt, zum Teil mit tödlichen Folgen. Weder diese Seite noch eine App ist eine Grundlage, um irgendetwas zum Essen zu pflücken.
- Im Feld: zwei Blätter, deren Stiele einen Schaft am Boden umhüllen, und eine einseitige Traube weißer Glöckchen.
Bestimmungsmerkmale auf einen Blick
- Wissenschaftlicher Name
- Convallaria majalis
- Familie
- Asparagaceae (Spargelgewächse)
- Typ
- Blütenpflanze, mehrjährig, sommergrün
- Blätter
- Meist zwei grundständige Blätter, elliptisch bis schmal eiförmig, ganzrandig, unbehaart, mit parallelen Nerven; laut NC State 13 bis 25 cm lang.
- Blattgrund
- Die Blattstiele umhüllen einen gemeinsamen Schaft, der zum Teil im Boden steckt.
- Blütenstand
- Einseitige Traube, laut NC State 10 bis 23 cm lang, zwischen den Blättern und meist kürzer als diese.
- Blüten
- 6 bis 16 weiße, nickende Glöckchen, etwa 8 mm lang und breit, mit sechs nach außen gebogenen Zipfeln, stark duftend.
- Blütezeit
- Laut BfR Mai bis Juni; NC State nennt etwa drei Wochen im späten Frühjahr bis Frühsommer.
- Früchte
- Rote, runde Beeren von etwa 6 mm, laut BfR ab Juli; NC State schreibt, dass sie selten gebildet werden.
- Größe und Wuchs
- Laut BfR bis 20 cm, laut NC State bis 25 cm hoch; breitet sich mit einem Wurzelstock zu dichten Teppichen aus.
- Standort
- Laut BfR in Wäldern, Gebüschen und Gärten; laut NC State im Halbschatten bis Schatten. Im Herbst zieht die Pflanze ein.
Das Maiglöckchen blüht im Mai in schattigen Wäldern und in vielen Gärten, mit weißen, stark duftenden Glöckchen zwischen zwei Blättern. Es ist eine der Giftpflanzen, die der BfR im Giftgarten vorstellt, und der BfR vermerkt dort ausdrücklich die Verwechslungsgefahr mit Herbstzeitlose und Bärlauch. Diese Seite hilft dir, die Pflanze zu erkennen. Sie sagt nichts darüber, was du pflücken oder essen kannst, und das kann auch keine App.
Maiglöckchen erkennen in drei Schritten
1. Die Blätter. Meist wachsen zwei Blätter aus dem Boden, elliptisch bis schmal eiförmig, ganzrandig und unbehaart, mit parallel verlaufenden Nerven. Laut NC State Extension sind sie 13 bis 25 cm lang. Schau dir den Grund an: Die Blattstiele umhüllen einen gemeinsamen Schaft, der zum Teil im Boden steckt. Weil sich die Pflanze mit einem Wurzelstock ausbreitet, stehen die Blattpaare meist dicht an dicht in einem Teppich.
2. Die Blüten. Zwischen den Blättern wächst ein Stiel mit einer einseitigen Traube, die laut NC State 10 bis 23 cm lang und meist kürzer als die Blätter ist. Daran hängen 6 bis 16 weiße, nickende Glöckchen von etwa 8 mm, mit sechs kurzen, nach außen gebogenen Zipfeln. Sie duften stark. Der BfR nennt Mai bis Juni als Blütezeit.
3. Die Beeren. Ab Juli bilden sich laut BfR rote Beeren. NC State beschreibt sie als runde Beeren von etwa 6 mm mit einem bis sechs Samen und schreibt, dass sie in Gärten selten gebildet werden, weil dafür genetisch verschiedene Pflanzen nebeneinander stehen müssen. Rote Beeren über zwei welkenden Blättern im Sommer sind ein typisches Bild im Wald.
Willst du eine Blume im Garten oder am Waldrand einordnen, hilft Plant Identifier mit einem Foto, das Blätter, Blattgrund und Blüten zeigt. Die App nennt eine Art, zeigt aber keine Trefferwahrscheinlichkeit und keine Liste ähnlicher Arten. Für die Frage „Darf ich das essen?“ ist weder die App noch diese Seite gemacht. Weiße Frühlingsblumen grenzt das Werkzeug Blumen bestimmen nach Farbe und Monat ein.
Verwechslung mit Bärlauch: eine Warnung
Der BfR warnt in seiner Presseinformation zur Verwechslungsgefahr bei Bärlauch, dass Sammelnde Bärlauch immer wieder mit giftigen Doppelgängern wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlose verwechseln. Solche Verwechslungen führen laut BfR regelmäßig zu Vergiftungen, zum Teil mit tödlichen Folgen, besonders im April und Mai. Der BfR rät, im Zweifel auf den Verzehr zu verzichten.
Diese Seite nennt deshalb keine Merkmale, mit denen du Bärlauch von seinen giftigen Doppelgängern trennst. Weder diese Seite noch Plant Identifier noch eine andere App ist eine Grundlage, um irgendetwas zum Essen zu pflücken. Was hier steht, hilft dir, ein Maiglöckchen zu erkennen, das im Garten oder im Wald blüht oder Beeren trägt, und zu wissen, wie die Quellen seine Giftigkeit einstufen.
Die Herbstzeitlose ist die zweite Pflanze, die der BfR in diesem Zusammenhang nennt. Die Liste des BfR im Bundesanzeiger führt sie in Kategorie 3, hohes Risiko, und NC State beschreibt sie als in allen Teilen hochgiftig. Ihre blasslila Blüten erscheinen erst im Herbst, ohne Blätter; ein blühendes Maiglöckchen trägt dagegen im Mai und Juni weiße Glöckchen.
Giftigkeit: was die Quellen sagen
Laut BfR enthalten alle Pflanzenteile des Maiglöckchens Giftstoffe, besonders Blüten, Beeren und Blätter; es nennt herzwirksame Glykoside und Saponine. Nach dem Verschlucken mehrerer Beeren beschreibt der BfR Übelkeit und Erbrechen, nach größeren Mengen sind Herzrhythmusstörungen möglich. Die Liste des BfR im Bundesanzeiger von 2021 führt Convallaria majalis in Kategorie 2, mittleres Vergiftungsrisiko für Kleinkinder, mit Convallatoxin und Convallasid als wichtigsten Inhaltsstoffen. Das GIZ-Nord erläutert diese Liste. Der Bundesanzeiger ruft dazu auf, solche Pflanzen nicht dort zu pflanzen, wo Kinder spielen; mehr dazu im Ratgeber Giftige Pflanzen im Garten.
Die ASPCA führt das Maiglöckchen als giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Als Giftstoffe nennt sie Cardenolide, als Anzeichen Erbrechen, unregelmäßigen Herzschlag, niedrigen Blutdruck, Desorientierung, Koma und Krampfanfälle.
Hat ein Kind oder ein Tier Teile eines Maiglöckchens in den Mund genommen, ruf sofort den Giftnotruf an: in Deutschland das Giftinformationszentrum deines Bundeslandes, im Norden etwa GIZ-Nord unter 0551 19240, in Österreich die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43, in der Schweiz Tox Info Suisse unter 145. Bei Tieren ist die Tierarztpraxis die erste Adresse. Der BfR rät, nach dem Verschlucken immer ein Giftinformationszentrum zu kontaktieren. Die Hinweise im Werkzeug „Toxikologie“ von Plant Identifier schreibt eine KI; sie ersetzen keine Beratung.
Im Garten
NC State beschreibt das Maiglöckchen als Bodendecker für Halbschatten bis Schatten, der Trockenheit im Sommer und schwere Böden verträgt und von Rehen und Kaninchen gemieden wird. Unter guten Bedingungen breitet es sich mit seinem dichten Wurzelstock aus und kann andere Pflanzen verdrängen. Wer kleine Kinder oder Haustiere hat, sollte den Standort bewusst wählen; die BfR-Liste empfiehlt, giftige Pflanzen wie das Maiglöckchen nicht an Plätzen anzupflanzen, die Kindern als Spielort dienen.
Ähnliche Arten und wie du sie unterscheidest
Bärlauch (Allium ursinum)
Hier gibt es bewusst keinen Feldtest. Laut BfR verwechseln Sammelnde Bärlauch regelmäßig mit Maiglöckchen, mit zum Teil tödlichen Folgen. Weder diese Seite noch Plant Identifier noch eine andere App ist eine Grundlage, um etwas zum Essen zu pflücken; im Zweifel rät der BfR zum Verzicht.
Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
Auch sie wird laut BfR mit Bärlauch verwechselt und steht in der BfR-Liste in Kategorie 3, hohes Risiko. Eindeutig erkennst du sie erst an der Blüte: Laut NC State erscheinen ihre blasslila Blüten erst im Herbst, ohne Blätter; das Maiglöckchen blüht im Mai und Juni weiß.
Was ein Foto nicht klären kann
- Junge Blätter von Maiglöckchen, Bärlauch und Herbstzeitlose ähneln sich laut BfR. Kein Foto und keine App-Antwort entscheidet, ob eine Pflanze essbar ist; diese Frage beantwortet diese Seite nicht.
- Ohne Blüten und Beeren ist ein Maiglöckchen auf einem Foto schwer sicher zu bestimmen. Fotografiere den Blattgrund, wo die Stiele den Schaft umhüllen, und die ganze Gruppe.
- Ob ein Kind oder ein Tier nach dem Kontakt mit einem Maiglöckchen behandelt werden muss, entscheidet weder diese Seite noch eine App. Ruf den Giftnotruf an oder frag deine Tierarztpraxis.
Häufige Fragen
Ist das Maiglöckchen giftig?
Ja, laut BfR sind alle Pflanzenteile giftig, besonders Blüten, Beeren und Blätter; als Giftstoffe nennt es herzwirksame Glykoside und Saponine. Die BfR-Liste im Bundesanzeiger führt Convallaria majalis in Kategorie 2. Hat jemand Teile gegessen, ruf sofort den Giftnotruf an.
Ist das Maiglöckchen giftig für Hunde und Katzen?
Die ASPCA führt Convallaria majalis als giftig für Hunde, Katzen und Pferde; als Giftstoffe nennt sie Cardenolide, als Anzeichen unter anderem Erbrechen, unregelmäßigen Herzschlag, niedrigen Blutdruck und Krampfanfälle. Hat dein Tier an einem Maiglöckchen gekaut, ruf sofort die Tierarztpraxis an.
Kann ich Maiglöckchen und Bärlauch mit einer App unterscheiden?
Für die Frage, ob etwas essbar ist, nein. Der BfR warnt, dass Sammelnde Bärlauch immer wieder mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose verwechseln, und rät im Zweifel zum Verzicht. Weder diese Seite noch Plant Identifier noch eine andere App ist eine Grundlage, um eine Pflanze zum Essen zu pflücken.
Wann blüht das Maiglöckchen?
Laut BfR von Mai bis Juni; NC State nennt eine Blütezeit von etwa drei Wochen im späten Frühjahr bis Frühsommer. Ab Juli bilden sich laut BfR rote Beeren, im Herbst zieht die Pflanze ein und überdauert mit ihrem Wurzelstock.
Quellen
- Maiglöckchen (BfR-Giftgarten) — Bundesinstitut für Risikobewertung
- Verwechslungsgefahr bei Bärlauch — Bundesinstitut für Risikobewertung
- Bekanntmachung einer Liste besonders giftiger Gartenpflanzen und einheimischer Pflanzen in der freien Natur (BAnz AT 02.07.2021 B4) — Bundesinstitut für Risikobewertung, Bundesanzeiger
- Liste giftiger Pflanzenarten — Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord), Universitätsmedizin Göttingen
- Convallaria majalis — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
- Colchicum autumnale — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
- Lily of the Valley (Convallaria majalis) — ASPCA Animal Poison Control
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